Thyssenkrupp macht Ernst bei der Neuordnung des Konzerns. Die Werkstoff-Sparte verliert ihren alten Namen und bereitet sich auf die Eigenständigkeit vor. An der Börse kommt dieser Schritt gut an.
Auf dem Weg zur Eigenständigkeit
Die größte Handelssparte des Konzerns firmiert ab sofort unter dem Namen tk accelis. Bisher kannten Anleger den Bereich als Thyssenkrupp Materials Services. Unter der Leitung von CEO Ilse Henne wandelt sich die Einheit zum Dienstleister für die gesamte Lieferkette. Das Ziel: volle Kapitalmarktfähigkeit.
Damit bereitet das Management den Weg für einen möglichen Börsengang oder eine Abspaltung. Analysten werten diesen Schritt als wichtiges Signal. Der Konzern reduziert so seine Komplexität.
Gewinnsprung im Kerngeschäft
Die operativen Zahlen stützen den Umbauplan. Zuletzt steigerte tk accelis den Umsatz um fünf Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte sogar um 179 Prozent.
Diese Dynamik hilft dem Gesamtkonzern. Der Konzernumsatz sank zwar leicht auf 8,38 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich indes auf null Euro. Im Vorjahr stand hier noch ein Verlust in den Büchern.
Aktie im Aufwind
Die Börse honoriert die Entwicklung. Die Thyssenkrupp-Aktie notiert aktuell bei 11,64 Euro und gewinnt heute 2,51 Prozent hinzu. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus auf 20,35 Prozent.
Parallel dazu meldet der Vermögensverwalter BlackRock einen stabilen Stimmrechtsanteil von rund 5,5 Prozent an Thyssenkrupp. Die Aktie handelt mittlerweile deutlich über ihrem 50-Tage-Durchschnitt.
Im August präsentiert Thyssenkrupp die nächsten Quartalszahlen. Dann muss das Management beweisen, dass die Profitabilität der neuen Sparte nachhaltig steigt. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt aktuell bei 12,08 Euro.
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