Die strategische Neuausrichtung von Thyssenkrupp erreicht die nächste Phase. Bei einem Kapitalmarkttag steht die Zukunft von Steel Europe im Mittelpunkt.
Das Management will Investoren und Analysten detailliert über die geplante Eigenständigkeit der traditionsreichen Stahltochter informieren. Für den Konzern markiert der Schritt einen zentralen Baustein beim tiefgreifenden Konzernumbau.
Steel Europe steigert operatives Ergebnis
Die operative Entwicklung der Stahlsparte zeigte zuletzt eine spürbare Erholung. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/2026 erzielte Thyssenkrupp Steel Europe ein bereinigtes EBIT von 373 Millionen Euro. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte dieser Wert noch bei 177 Millionen Euro gelegen. Gleichzeitig fielen im selben Zeitraum Restrukturierungskosten in Höhe von 385 Millionen Euro an.
Verantwortlich für die Ergebnisverbesserung im Stahlgeschäft waren neben Effizienzgewinnen auch strikte Sparmaßnahmen, darunter ein Einstellungsstopp und das laufende Restrukturierungsprogramm. Die anstehende Präsentation soll nun aufzeigen, wie die Sparte auf einem eigenständigen Fundament dauerhaft wettbewerbsfähig aufgestellt werden kann.
Auch auf Konzernebene spiegelte sich der Trend wider. Im dritten Geschäftsquartal verbuchte Thyssenkrupp einen Umsatzanstieg um 8 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro, während das bereinigte EBIT des Konzerns von 155 Millionen auf 183 Millionen Euro kletterte. Vor über einem Monat hatte das Unternehmen seine Prognose für das bereinigte Konzern-EBIT im Gesamtjahr nach oben eingegrenzt und rechnet seither mit einer Spanne von 600 bis 900 Millionen Euro.
Portfolio-Umbau und Bewegung im Aktionärskreis
Parallel zur Vorbereitung der Stahl-Eigenständigkeit treibt Thyssenkrupp die Neuordnung weiterer Aktivitäten voran. Die Börsennotierung des Werkstoffhändlers TK Accelis am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse ist für Ende Oktober vorgesehen.
Der Umbau des Traditionskonzerns wird an den Finanzmärkten aufmerksam begleitet. Wie aus einer Stimmrechtsmitteilung hervorgeht, verringerte der französische Vermögensverwalter Amundi seine Beteiligung mit Stichtag vom 15. September von zuvor 4,82 Prozent auf 3,05 Prozent der Stimmrechte.
Am Aktienmarkt spiegeln sich die Umbaufortschritte in einer deutlichen Erholung wider. Am Freitag ging die Thyssenkrupp-Aktie bei 15,34 Euro aus dem Handel.
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