Die Aktie von Thyssenkrupp hat in den vergangenen Wochen deutlich an Wert verloren. Seit dem Höchststand im Oktober ging es um rund 31 Prozent nach unten, allein im letzten Monat büßte das Papier etwa 23 Prozent ein. Bei 9,12 Euro notiert die Aktie mittlerweile deutlich unter ihren gleitenden Durchschnitten. Die Unsicherheit der Anleger speist sich aus der umfassenden Konzernumstrukturierung, deren Finanzierung noch nicht vollständig geklärt ist.
Im jüngsten Quartalsbericht wurde das finanzielle Ausmaß der Transformation sichtbar. Zwar erwirtschaftete der Konzern Umsätze von 7,2 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT von 211 Millionen Euro. Doch Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro allein bei Steel Europe drückten das Ergebnis ins Minus. Unterm Strich stand ein Verlust von 334 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit einem Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro.
thyssenkrupp AG Aktie Chart
Drei parallele Strategieprojekte laufen
Der Konzern verfolgt derzeit mehrere strategische Initiativen gleichzeitig. Die Handelssparte Materials Services mit 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz und über 15.000 Mitarbeitern muss bis Ende März operative Fortschritte auf dem Weg in die Eigenständigkeit vorweisen. Als Optionen stehen ein Börsengang im Herbst 2026, eine Abspaltung an die Aktionäre oder ein Verkauf im Raum. Auch eine Umwandlung in eine KGaA wird geprüft.
Parallel laufen Gespräche mit Jindal Steel International über die Stahlsparte. CEO Miguel López stellte kürzlich klar, dass die Zukunft des Stahlstandorts Duisburg auch ohne den indischen Partner gesichert werden soll. Diese Aussage dürfte einerseits Handlungsfähigkeit demonstrieren, wirft andererseits aber Fragen zur Finanzierbarkeit auf. López fordert von der Politik einen subventionierten Industriestrompreis von fünf Cent pro Kilowattstunde sowie stärkere Schutzmaßnahmen gegen asiatische Importe.
Bei der geplanten Wasserstoffversorgung für das Werk in Duisburg gab es einen Rückschlag. Ein Ausschreibungsverfahren musste pausiert werden, weil die eingegangenen Angebote die Kostenerwartungen deutlich überstiegen. Der Bau der Direktreduktionsanlage läuft dennoch weiter.
Marine Systems bietet Stabilität im Portfolio
Einen Lichtblick im Konzernportfolio stellt Thyssenkrupp Marine Systems dar. Die Marinesparte wurde im Oktober 2025 eigenständig an die Börse gebracht und ist seit Dezember im MDAX gelistet. Thyssenkrupp hält 51 Prozent der Anteile. Mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro bietet TKMS eine solide Basis. Das Unternehmen bewirbt sich um einen Auftrag über bis zu zwölf U-Boote in Kanada und gilt als einziger Bieter für das Fregatten-Programm F127 der Bundeswehr.
Bemerkenswert ist auch eine Pflichtmitteilung vom 6. März. Investor Sunil Jagwani hat über Aktienswaps und Put-Optionen eine Position von 9,13 Prozent aufgebaut. Solche Meldungen lösen selten unmittelbare Kursbewegungen aus, zeigen aber das Interesse institutioneller Investoren.
Der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026 dürfte zur nächsten wichtigen Wegmarke werden. Anleger werden vor allem auf drei Punkte achten: den Stand der Jindal-Verhandlungen, das Ergebnis der strategischen Prüfung bei Materials Services und den Fortschritt bei der HKM-Anteilsübertragung. Bis dahin bleibt die Frage, wie tragfähig der angekündigte Plan B für die Stahlsparte ohne externe Partner tatsächlich ist.
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