Thyssenkrupp-Aktie: Das sorgt für gute Stimmung!

Die Aktie von Thyssenkrupp hat nach ihrem Kursknick zuletzt wieder deutlich zugelegt. Aktueller Hintergrund: Die EU verschärft ihre Einfuhrregeln für Stahlimporte.

Auf einen Blick:
  • Seit Ende März hat die Thyssenkrupp-Aktie wieder gut 20 Prozent an Wert gewonnnen
  • Zuletzt sorgten verschärfte EU-Einfuhrregeln für Stahlimporte für Zuversicht
  • Noch immer notieren die Papiere allerdings unter sämtlichen Prognosen
  • Das niedrigste Kursziel liegt aktuell bei 9,50 Euro, das höchste bei 13 Euro

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Börsen durchlaufen derzeit schwierige Zeiten, bedingt durch die Unsicherheiten im Nahen Osten. Für die Aktie von Thyssenkrupp aber gilt das nicht. Die Papiere des Industriekonzerns hatten bereits Ende März bei einem Kurs von 7,15 Euro einen Boden gefunden, befinden sich seitdem wieder auf dem Weg nach oben. Den Dienstag beschloss die Thyssenkrupp-Aktie mit einem Plus von rund drei Prozent, am Mittwoch im Vormittagshandel ging es zunächst um 1,5 Prozent auf bis zu 8,78 Euro aufwärts. Die gute Stimmung hat der Titel zweifellos der EU zu verdanken.

EU verschärft Einfuhrregeln für Stahl

Denn zum Schutz der europäischen Stahlindustrie verschärfe die EU ihre Einfuhrregeln, meldete am Dienstag unter anderem tagesschau.de. Die zollfreie Importmenge sinkt demnach auf 18,3 Millionen Tonnen jährlich. „Für alles darüber hinaus soll ein Zollsatz von 50 Prozent gelten“, so der Bericht. „Das ist doppelt so viel wie bisher.“

Die aktuelle Verordnung läuft demnach am 30. Juni aus. Damit die neuen Regeln in Kraft treten können, müssen jedoch die Mitgliedstaaten und die Parlamentarier noch zustimmen. Das gelte jedoch als Formsache.

Thyssenkrupp und Salzgitter profitieren

Der europäische Markt soll durch die Maßnahme vor der globalen Überproduktion bewahrt werden, insbesondere aus China. Die Vereinbarung halte die Aktien von Stahlkonzernen auf Erholungskurs, heißt es auf finanzen.net. Dazu zählten in Deutschland vor allem die Titel von Salzgitter, die auf Xetra zeitweise 5,99 Prozent auf 49,56 Euro angezogen hätten, gefolgt Thyssenkrupp. Beide knüpften damit an ihre Erholungsrally an, die Ende März begonnen hatte.

  • Tatsächlich liegt die Aktie von Thyssenkrupp durch die jüngste Erholung inzwischen wieder zweistellig im Monatsplus
  • Seit ihrem Hoch im Februar, als 12,46 Euro aufgerufen wurden, beläuft sich der Abschlag aber noch immer auf rund 30 Prozent

Thyssenkupp-Aktie unter allen Kurszielen

Die Analysten sehen die Aktie damit deutlich unterbewertet. Selbst die kritische Investmentbank Barclays hatte das Kursziel für Thyssenkrupp Ende Februar von 9 auf 9,50 Euro angehoben. Die Berichtssaison im europäischen Stahlsektor sei bislang mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen verlaufen, schrieb Analyst Tom Zhang laut Medienberichten in seiner Brancheneinschätzung. Kommentare zum europäischen Protektionismus ließen darauf schließen, dass sich Vorteile davon eher im späteren Jahresverlauf zeigen, so Zhang.

Für Thyssenkrupp begründete er eine höhere operative Gewinnschätzung indes vor allem mit der Wirkung der Strompreiskompensation im europäischen Stahlgeschäft. Er nähere sich damit dem oberen Ende der Konsensspanne, betonte er.

Jefferies sieht Thyssenkupp bei 13 Euro

Für Die US-Bank JPMorgan mag das zutreffen, sie beließ die Thyssenkrupp-Aktie wenig später auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 10,10 Euro. Analyst Dominic O’Kane wurde im Bereich der Minen- und Stahlwerte angesichts der Eskalation im Nahen Osten „merklich defensiver“, wie es hieß. Der Experte erinnerte demnach an die Schwäche des Sektors zu Beginn des Ukraine-Kriegs. Noch hätten die Industriemetall-Preise kaum auf den Iran-Krieg reagiert – trotz ihrer engen Korrelation mit dem globalen Wirtschaftswachstum.

  • Das Analysehaus Jefferies hingegen hat gänzlich andere Erwartungen, weitaus ambitioniertere
  • Sie hatte Thyssenkrupp Mitte März mit einem fairen Wert von 13 Euro auf „Buy“ belassen
  • Analyst Tommaso Castello sieht für Thyssenkrupp somit ein Kurspotenzial von rund 50 Prozent

Der 25-prozentige Kurseinbruch seit Beginn des Iran-Kriegs spiegele „die Sensibilität der Aktie für Makro-Schocks und unternehmensspezifische Schlagzeilen wider“, schrieb er. Erstere sowie der holprige Verlauf der Gespräche mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel über eine Übernahme der Stahlsparte mahnten zu mehr Vorsicht. Dagegen seien der Ausstieg beim Duisburger Stahlhersteller HKM, die Einigung mit den Gewerkschaften auf einen Tarifvertrag im Stahlbereich und das mögliche Interesse eines neuen Bieters für das Stahlgeschäft „klar positiv“.

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