Auch die Thyssenkrupp-Aktie musste am Dienstagmorgen in einem schwachen Marktumfeld Federn lassen. So verlor der Industrie-Titel 2,0 % auf 10,3 Euro (Stand: 23.06.2026, 10:00 Uhr).
Thyssenkrupp-Aktie: Stahlkonzerne fordern Reform des EU-Emissionshandelssystems
Derweil drängt die europäische Stahlindustrie auf Änderungen am Emissionshandelssystem der Europäischen Union. Thyssenkrupp Steel hat gemeinsam mit Arcelormittal und Voestalpine eine Reform des Systems gefordert. Die Unternehmen warnen, dass die aktuellen Regeln die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Stahlhersteller gefährden und gleichzeitig Investitionen in klimafreundliche Produktionsverfahren erschweren könnten.
Konkret kritisieren die Stahlkonzerne die steigenden Kosten für CO₂-Zertifikate. Nach ihrer Ansicht spiegelt der Preis der Emissionsrechte zunehmend finanzielle Spekulationen wider und entfernt sich von den tatsächlichen Kosten der industriellen Transformation. Die Unternehmen fordern deshalb Maßnahmen, die stärkere Preisschwankungen begrenzen und die Planungssicherheit für langfristige Investitionen verbessern.
Besonders betroffen ist die Branche durch den Umbau hin zu einer klimafreundlicheren Stahlproduktion. Viele Hersteller investieren derzeit Milliardenbeträge in neue Anlagen, die künftig mit Wasserstoff statt mit Kohle arbeiten sollen. Diese Projekte gelten als zentral für die Dekarbonisierung der europäischen Industrie. Nach Ansicht der Stahlunternehmen werden die notwendigen Investitionen jedoch erschwert, wenn die Kosten des Emissionshandels weiter stark steigen.
Thyssenkrupp-Aktie: Stahlbranche international unter Druck
Laut Medienberichten plädieren die Unternehmen unter anderem für einen Preisdeckel bei CO₂-Zertifikaten sowie weitere Anpassungen am Emissionshandelssystem. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Produzenten gegenüber internationalen Konkurrenten zu sichern. Insbesondere Hersteller aus Regionen mit geringeren Umweltauflagen könnten ansonsten Vorteile erhalten.
Die Forderungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die europäische Stahlindustrie ohnehin unter Druck steht. Hohe Energiepreise, eine schwache Konjunktur und zunehmender Wettbewerb aus Asien belasten die Ertragslage vieler Unternehmen.
Thyssenkrupp-Aktie: Grüne Transformation durch CO2-Abgaben belastet
Zur Einordnung: Thyssenkrupp Steel gehört zu den Unternehmen, die erhebliche Summen in die klimafreundliche Stahlproduktion investieren. Bis diese wirtschaftlich tragfähig sein wird, dürften aber – selbst im optimistischen Szenario – noch einige Jahre vergehen.
Der EU-Emissionshandel soll Anreize für die Senkung von CO₂-Emissionen schaffen. Die Stahlindustrie ist besonders von den Preisen für CO₂-Zertifikate betroffen, weil bei der Herstellung große Mengen Kohlendioxid entstehen. Steigende Zertifikatspreise erhöhen direkt die Produktionskosten und beeinflussen damit die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Stahlhersteller gegenüber Anbietern aus Ländern mit weniger strengen Klimavorgaben.
Gleichzeitig verringern sich dadurch die verfügbaren finanziellen Mittel, die wiederum für die grüne Transformation nötig sind. Auch deshalb muss z.B. der deutsche Staat Thyssenkrupp massiv subventionieren.
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