Der Konzernumbau bei Thyssenkrupp nimmt weiter Fahrt auf. Nach der Abspaltung der Rüstungssparte und den laufenden Verhandlungen über den Verkauf der Stahlsparte steht nun die nächste große Entscheidung an. Die Handelssparte Materials Services soll verselbstständigt werden. Eine Börsennotierung könnte bereits im Herbst erfolgen.
Materials Services ist mit 11,4 Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Jahr ein echtes Schwergewicht. Die Sparte macht mehr als ein Drittel der Konzernerlöse aus. Sie handelt nicht nur mit Metallen und Rohstoffen, sondern bietet auch Lagerdienstleistungen an. CEO Miguel Lopez treibt den Umbau des Konzerns konsequent voran.
Eine wichtige Voraussetzung für die Abspaltung ist allerdings, dass die Sparte im zweiten Geschäftsquartal bis Ende März eine verbesserte Performance zeigt. Thyssenkrupp prüft zudem, ob Materials Services die Rechtsform einer KGaA erhalten soll. Diese Struktur würde sicherstellen, dass der Mutterkonzern auch bei einem Mehrheitsverkauf die Kontrolle behält.
Konsolidierung am US-Markt eröffnet Chancen
Der US-Markt ist für Materials Services der wichtigste Absatzmarkt. Dort läuft gerade eine Konsolidierungswelle. Ryerson hat kürzlich mit Olympic Steel fusioniert, Worthington Steel plant die Übernahme von Kloeckner für 2,4 Milliarden Dollar. Materials Services ist derzeit die Nummer vier am US-Markt hinter Reliance, Ryerson/Olympic Steel und Kloeckner.
Thyssenkrupp sieht in dieser Konsolidierung keine Gefahr, sondern eine Chance. Basierend auf der Bewertung von Kloeckner mit dem 8,5-fachen des Kerngewinns könnte Materials Services rund 2 Milliarden Euro wert sein. Das wäre ein ordentlicher Betrag für die klamme Konzernkasse.
Thyssenkrupp betont, dass Materials Services auf einem guten Weg zur Kapitalmarktreife sei. Der genaue Zeitpunkt hänge von den Marktbedingungen ab. Die Weichen für eine Trennung sind jedenfalls gestellt. Anleger dürfen gespannt sein, wie schnell Lopez den nächsten Baustein aus dem Konzern herauslöst.
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