Nach den erheblichen Verlusten infolge des Iran-Kriegs konnte die Thyssenkrupp-Aktie am Mittwochvormittag wieder positivere Akzente setzen. Konkret ging es für den Industrie-Titel um 6,3 % auf 7,9 Euro nach oben. Das 1-Monats-Minus verringerte sich damit auf -16,6 % (Stand: 01.04.2026, 9:00 Uhr).
Thyssenkrupp-Aktie: Konzern fährt Produktion an französischem Standort herunter
Erst kürzlich hat der Konzern auch abseits des Iran-Kriegs auf eine Problematik reagieren müssen. So wird Thyssenkrupp Electrical Steel die Produktion am französischen Standort Isbergues ab Juni vollständig herunterfahren.
Der Stillstand soll bis September dauern. Bereits seit Jahresbeginn lief das Werk nur noch mit halber Auslastung, nachdem sowohl Isbergues als auch Gelsenkirchen zum Jahreswechsel zeitweise komplett gestoppt worden waren.
Der Grund ist eine massive Welle extrem günstiger Importe, vor allem aus Asien. Laut Unternehmen liegen die Preise teils unter den europäischen Herstellungskosten, während die Importmengen seit 2022 verdreifacht und 2025 nochmals um 50 % gestiegen sind.
Inzwischen sollen sie mehr als die Hälfte des europäischen Marktvolumens ausmachen. Das führt zu einem drastischen Einbruch der Aufträge und zu einer Unterauslastung der verbliebenen europäischen Werke.
Thyssenkrupp-Aktie: Stellenstreichungen drohen – EU soll helfen
CEO Angelo di Martino warnt, dass ohne schnelle handelspolitische Schutzmaßnahmen rund 1.200 Arbeitsplätze in Deutschland und Frankreich gefährdet seien. Gleichzeitig betont das Unternehmen die strategische Bedeutung des Materials: Kornorientiertes Elektroband ist unverzichtbar für Transformatoren in Stromnetzen, Windparks und Umspannwerken — und damit ein Kernbaustein der Energiewende.
Thyssenkrupp fordert deshalb von der EU rasche und wirksame Schutzinstrumente, um faire Wettbewerbsbedingungen wiederherzustellen.
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