Thyssenkrupp bekommt Rückenwind von zwei Seiten: operativ läuft es besser, und Analysten trauen der Aktie wieder mehr zu. Der Konzernumbau liefert damit erstmals seit längerer Zeit nicht nur Kosten, sondern auch Argumente für höhere Bewertungen. Ganz frei von Gegenwind ist die Geschichte aber nicht.
Am Montag notiert die Aktie bei 10,56 Euro und bewegt sich damit kaum vom Fleck. Über 30 Tage steht jedoch ein Plus von 14,04 Prozent zu Buche. Der Markt hat also bereits vorgelegt.
Analysten sehen mehr Wert
Citigroup hat das Kursziel für Thyssenkrupp von 13 auf 15 Euro angehoben. Analyst Ephrem Ravi verweist auf die stärker als erwartete Gewinnentwicklung. JPMorgan zog ebenfalls nach und erhöhte das Ziel von 10,10 auf 11,80 Euro.
Der Auslöser liegt im zweiten Geschäftsquartal 2025/2026. Thyssenkrupp steigerte das bereinigte EBIT auf 198 Millionen Euro, nach nur 19 Millionen Euro im Vorjahr. Das ist mehr als ein normaler Basiseffekt.
Wichtig ist dabei nicht nur die Höhe des Gewinnsprungs. Der Markt bewertet auch, ob der Umbau des Industriekonzerns endlich greifbare Werte freisetzt. Genau hier setzen die optimistischeren Analystenkommentare an.
Umbau bleibt der Kurstreiber
Thyssenkrupp richtet sich stärker als Finanzholding aus. Der Konzern will Beteiligungen schärfer führen, Werte heben und einzelne Sparten eigenständiger machen. Das ist kein einfacher Prozess, aber er gibt der Aktie eine klarere Story.
Bei Thyssenkrupp Marine Systems bleibt der Börsengang ein zentraler Baustein. Zusätzlich wartet der Markt auf einen möglichen U-Boot-Großauftrag aus Kanada mit einem Volumen von über zehn Milliarden US-Dollar. Eine Entscheidung soll noch im zweiten Quartal fallen.
Auch die Stahlsparte steht weiter im Mittelpunkt. Steel Europe soll verselbstständigt werden. Helfen könnten strengere EU-Regeln für Stahlimporte, falls sie den Preisdruck aus Asien verringern.
Bei Materials Services prüft der Konzern weiter strategische Optionen. Das passt zur neuen Logik: weniger Mischkonzern, mehr gezielte Kapitalsteuerung.
Cashflow bleibt der Schwachpunkt
Die bessere operative Entwicklung löst aber nicht alle Probleme. Der Free Cashflow vor M&A soll im laufenden Geschäftsjahr negativ ausfallen, in einer Spanne von 300 bis 600 Millionen Euro. Allein Restrukturierungen belasten mit rund 350 Millionen Euro.
Hinzu kommen Investitionen in die grüne Stahlproduktion. Diese Ausgaben können langfristig helfen, drücken kurzfristig aber auf die Liquidität. Genau dort liegt der wichtigste Gegenpol zur neuen Bewertungsfantasie.
Für das Gesamtjahr peilt das Management ein bereinigtes EBIT von 500 bis 900 Millionen Euro an. Unter dem Strich rechnet der Konzern wegen hoher Umbaukosten weiter mit einem deutlichen Nettoverlust. Die vorgeschlagene Dividende von 0,15 Euro je Aktie setzt trotzdem ein Signal der Kontinuität.
Der nächste Kurstreiber dürfte weniger aus dem Tagesgeschäft kommen als aus konkreten Schritten beim Portfolio. Besonders der mögliche Kanada-Auftrag für TKMS und die Fortschritte bei Steel Europe können zeigen, wie viel Substanz im Holding-Ansatz steckt.
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