Der europäische Stahlmarkt bekommt neue Spielregeln. Der Rat der EU hat ein Maßnahmenpaket gegen globale Überkapazitäten beschlossen. Ab Juli 2026 greift ein strengeres Zollsystem. Für den kriselnden Stahlbereich von Thyssenkrupp kommt diese politische Rückendeckung zur richtigen Zeit.
Das bisherige Schutzsystem läuft Ende Juni aus. Die neue Verordnung senkt die Importquoten spürbar. Wer mehr Stahl nach Europa bringt, zahlt künftig höhere Abgaben. Parallel dazu führt Brüssel den sogenannten „melt and pour“-Nachweis ein. Er dokumentiert transparent, in welchem Land Hersteller den Stahl erstmals schmelzen. Das Ziel: unfairen Wettbewerb eindämmen.
Operativer Lichtblick
Thyssenkrupp kämpft im Stahlgeschäft weiterhin mit schwacher Nachfrage und Preisdruck. Im zweiten Quartal sank der Konzernumsatz auf 8,4 Milliarden Euro. Dennoch stabilisiert sich das operative Geschäft. Das bereinigte EBIT kletterte deutlich auf 198 Millionen Euro. Im Vorjahr standen hier lediglich 19 Millionen Euro in den Büchern.
Ausgerechnet die Problemsparte Steel Europe lieferte den größten Ergebnisbeitrag. Niedrigere Rohstoffkosten entlasten die Bilanz spürbar. Hinzu kommen erste Erfolge des harten Restrukturierungsprogramms bei den Personalkosten. Der Konzern baut indes seine Direktreduktionsanlage in Duisburg weiter. Die neuen EU-Regeln sichern nun den politischen Rahmen für solche teuren Dekarbonisierungsprojekte.
Die Bedrohung für die europäische Industrie bleibt immens. Nach EU-Schätzungen wächst die weltweite Überkapazität rasant. Bis 2027 könnte sie auf 721 Millionen Tonnen ansteigen. Das entspricht mehr als dem Fünffachen des jährlichen europäischen Verbrauchs. Kein Wunder, dass Brüssel die Daumenschrauben anzieht.
Aktie konsolidiert auf hohem Niveau
Am Aktienmarkt reagieren Anleger am Dienstag gelassen. Die Thyssenkrupp Aktie gibt leicht nach und notiert bei 11,34 Euro. Auf Jahressicht zeigt der Trend jedoch klar nach oben. Seit Januar legte das Papier gut 17 Prozent zu. Über zwölf Monate steht ein Plus von knapp 34 Prozent auf der Anzeigetafel.
Die politische Flankierung aus Brüssel stützt die langfristige Transformation. Kurzfristig muss das Management operativ liefern. Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr steht. Der Vorstand peilt ein bereinigtes EBIT zwischen 500 und 900 Millionen Euro an. Beim Jahresüberschuss rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem Verlust von bis zu 800 Millionen Euro.
Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 09. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 09. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
