Liebe Leserin, lieber Leser,
vor dem Wochenende hatte es die Aktie von Thyssenkrupp noch einmal böse erwischt. Bereits in den Wochen davor hatten die Papiere des Industriekonzerns deutlich an Wert eingebüßt. Doch am Freitag erfolgte ein weiterer, heftiger Kursknick um fast sieben Prozent, der die Aktie von zuvor 8,32 auf 7,80 Euro zurückfallen ließ. Nach weiteren Verlusten bis auf 7,68 Euro am Dienstag aber scheint sie nun einen Boden gefunden zu haben – es geht wieder aufwärts. Es ist wohl auch die aktuelle Prognose eines Analysten, das den Anlegern wieder Mut macht.
Scheitert der Deal mit Jindal Steel noch?
Denn Auslöser für den zusätzlichen Druck auf die ohnehin schwache Aktie waren Gerüchte über ein mögliches Scheitern des anvisierten Stahldeals mit Jindal Steel & Power. „Für Thyssenkrupp wäre es sehr schlecht, wenn der Einstieg von Jindal Steel bei TKSE scheitert“, kommentierte Aktienexperte Frederik Altmann von Alpha-Wertpapierhandel laut dpa die Spekulationen. „Das Stahlgeschäft ist schon länger ein schwerer Klotz am Bein von Thyssen und die Hoffnung am Markt ist groß, dass nach langer Suche endlich eine Lösung gefunden werden könnte.“
Die Stahlsparte Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) ist laut boerse.de Deutschlands größter Stahlhersteller. „Das Unternehmen war wegen der Konjunkturschwäche und damit einhergehender Überkapazitäten sowie der hohen Energiepreise und Billigimporte aus Asien allerdings in die Krise geraten.“
- Mitte September vergangenen Jahres war bekannt gemacht worden, dass Verhandlungen mit Jindal laufen, heißt es in dem Bericht
- „Auch das Echo der Gewerkschaften war zunächst positiv, doch Analysten hatten sich damals bereits eher zurückhaltend geäußert“
Jefferies belässt Thyssenkrupp-Kursziel bei 13 Euro
Nun allerdings kam ausgerechnet von einem institutionellen Beobachter eine überaus positive Einschätzung: Es war Tommaso Castello vom Analysehaus Jefferies, der Thyssenkrupp mit einem Kursziel von 13 Euro auf „Buy“ belassen hat. Der 25-prozentige Kurseinbruch seit Beginn des Iran-Kriegs spiegele die Sensibilität der Aktie für Makro-Schocks und unternehmensspezifische Schlagzeilen wider, schrieb der Analyst laut finanzen.net am Freitagabend.
Erstere sowie der holprige Verlauf der Gespräche mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel über eine Übernahme der Stahlsparte mahnten zu mehr Vorsicht, meinte Castallo zwar. Dagegen seien der Ausstieg beim Duisburger Stahlhersteller HKM, die Einigung mit den Gewerkschaften auf einen Tarifvertrag im Stahlbereich und das mögliche Interesse eines neuen Bieters für das Stahlgeschäft „klar positiv“. In der Folge erwartet der US-Analyst einen mittelfristigen Kursanstieg bei der Thyssenkrupp-Aktie von knapp 60 Prozent.
Thyssenkrupp-Aktie weit unter Höchststand
Eine mutige Prognose. Wenngleich sich die Papiere seit ihrem Tief am Dienstag wieder um gut sieben Prozent auf aktuell 8,20 Euro verbessert haben, von ihrem jüngsten Höchststand ist die Aktie damit noch immer weit entfernt. Bis auf 12,46 Euro war Thyssenkrupp am 11. Februar geklettert, der Abschlag seitdem beläuft sich damit noch immer auf rund 35 Prozent.
JP Morgan bei Thyssenkrupp mit vorsichtigerer Prognose
Und in der Tat teilen nicht alle Analysten den Optimismus von Jefferies-Analyst Castello. Die US-Bank JPMorgan etwa hatte die Einstufung für die Thyssenkrupp-Aktie Anfang der Vorwoche auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 10,10 Euro belassen. Analyst Dominic O’Kane wurde im Bereich der Minen- und Stahlwerte angesichts der Eskalation im Nahen Osten merklich defensiver, hieß es in Medienberichten. O’Kane erinnerte demnach an die Schwäche des Sektors zu Beginn des Ukraine-Kriegs.
- Noch hätten die Industriemetall-Preise kaum auf den Iran-Krieg reagiert
- Und as trotz ihrer engen Korrelation mit dem globalen Wirtschaftswachstum
Seine bisherigen Negativszenarien für Kupfer und Eisenerz seien nun die neue Ausgangslage, so der Analyst. Im Stahlsektor erinnerte er demnach an den „Energieschock“ aus dem Jahr 2022/23 und stellte eine mögliche Wiederholung in den Raum. Dennoch erkennt er bei der Thyssenkrupp-Aktie noch Erholungspotenzial von gut 20 Prozent.
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