Die Deutsche Bank bleibt bei ihrer Kaufempfehlung für Thyssenkrupp. Kursziel: 16 Euro. Das entspricht einer Wertsteigerung von rund 36 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau von 11,77 Euro.
Kursziel bestätigt trotz Rücksetzer
Analyst Bastian Synagowitz veröffentlichte seine Einschätzung am Mittwoch. Er ließ das Kursziel unverändert. Der Grund für seinen Optimismus: eine erwartete Verbesserung der Ergebnisse gegenüber dem Vorjahr.
Als wichtigster Treiber gilt das Segment Materials Services. Der Konzern steuert offenbar auf das obere Ende seiner selbst gesteckten Ziele für das laufende Geschäftsjahr zu.
Auftrag in der Luftfahrt, Rückzug bei der Marine
Die Tochtergesellschaft tk accelis Supply Chain Solutions hat einen neuen Fünfjahresvertrag mit dem indischen Unternehmen Dynamatic Technologies unterschrieben. Es geht um das Türpaket des Airbus A220. Der Auftrag stärkt die Luftfahrt-Logistik als wachsendes Standbein im Konzern.
In der Marinesparte TKMS zeigt das Management dagegen Zurückhaltung. Thyssenkrupp hat ein unverbindliches Übernahmeangebot für die Werft German Naval Yards Kiel zurückgezogen. Der Grund: Käufer und Eigentümer fanden keine Einigung beim Preis.
Anleger werteten den Rückzug positiv. Er zeigt: Der Konzern kauft nicht um jeden Preis zu, sondern achtet auf Profitabilität.
EU-Stahlquoten bremsen Importdruck
Seit Juli 2026 gelten in der EU verschärfte Schutzmaßnahmen für Stahlimporte. Die zollfreien Mengen aus Drittstaaten sinken um knapp 47 Prozent. Für Thyssenkrupp als führenden deutschen Stahlproduzenten bedeutet das spürbar weniger Preisdruck durch Überkapazitäten, vor allem aus Fernost.
Diese regulatorische Unterstützung trifft auf eine Aktie, die sich 2026 bereits stabilisiert hat. Seit Jahresanfang steht ein Plus von knapp 27 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 13,24 Euro trennen das Papier trotzdem noch gut 11 Prozent.
Was der Chart zeigt
Der heutige Rücksetzer um 0,93 Prozent ändert wenig an der mittelfristigen Aufwärtstendenz. Die Aktie notiert knapp 17 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 10,07 Euro. Der RSI liegt bei 51,7 – ein neutraler Wert, der weder Überkauft- noch Überverkauft-Signale liefert.
Im August will Thyssenkrupp die detaillierten Quartalszahlen vorlegen. Dann zeigt sich, ob die von der Deutschen Bank erwartete Verbesserung beim operativen Ergebnis tatsächlich in den Büchern steht. Hoher Auftragsbestand im Marinegeschäft und die neuen Stahlquoten sprechen für den laufenden Konzernumbau.
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