Deutsche Bank Research hat am Freitag das Kursziel für Thyssenkrupp von 16 auf 18 Euro angehoben und die Einstufung „Buy“ bestätigt. Die Analysten begründeten den Schritt mit einer glaubwürdigen Perspektive auf höhere Profitabilität durch laufende Restrukturierungen sowie mit der Möglichkeit einer teilweisen Abspaltung des Stahlgeschäfts.
Die Aktie reagierte deutlich: Sie legte um 3,2 Prozent zu und kletterte auf 15,68 Euro, nachdem sie am Freitag bei 15,20 Euro geschlossen hatte. Damit nähert sich das Papier seinem 52-Wochen-Hoch von 15,73 Euro, von dem es nur noch 0,3 Prozent entfernt notiert.
Medienberichten zufolge gilt die Hochstufung als der frische Kurstreiber hinter der jüngsten Bewegung, ein separater operativer Auslöser aus dem Unternehmen selbst ließ sich dazu nicht ausmachen.
Restrukturierung und Stahl-Abspaltung im Fokus
Die Kernthese der Deutschen Bank stützt sich auf zwei Säulen: Zum einen soll der eingeschlagene Sparkurs im Konzern die Margen strukturell verbessern.
Zum anderen bringt eine mögliche teilweise Abspaltung des Stahlgeschäfts nach Ansicht der Analysten zusätzliches Bewertungspotenzial – ein Gedanke, der an die bereits laufende Verselbstständigung von tk accelis vor gut einer Woche anknüpft, die dem Kurs seither einen Zuwachs von 9,2 Prozent beschert hat.
Auch das Ende der Stahlproduktion von ArcelorMittal in Duisburg am vergangenen Donnerstag hatte die Wettbewerbslage für Thyssenkrupp Steel verschoben und dem Kurs seither 9,4 Prozent Auftrieb gegeben.
Auf operativer Ebene bleibt der Konzern derweil im Tagesgeschäft aktiv: Im Werk Duisburg hat Thyssenkrupp Steel den Hochofen Nr. 2 Ende August für planmäßige Wartungsarbeiten außer Betrieb genommen. Die Arbeiten sollen rund sechs Wochen dauern und sind Teil der laufenden Instandhaltung, nicht Ausdruck akuter Probleme.
López übernimmt zusätzliches Amt
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt eine personelle Entwicklung: Thyssenkrupp-Vorstandsvorsitzender Miguel López wurde bereits Ende Juli zum Präsidenten von Hydrogen Europe gewählt, seine Amtszeit läuft bis Juni 2029. Das zusätzliche Mandat unterstreicht die Rolle des Konzerns in der Wasserstoffwirtschaft, dürfte das operative Geschäft aber kaum unmittelbar beeinflussen.
Bewertung mit Fragezeichen
Die zuletzt kräftige Kursentwicklung wirft für Anleger die Frage auf, wie tragfähig das neue Kursziel von 18 Euro ist. Mit einer Marktkapitalisierung von 9,47 Milliarden Euro und einem Kursanstieg von 25 Prozent binnen 30 Tagen hat sich die Bewertung deutlich verändert.
Die Deutsche Bank sieht dennoch weiteres Potenzial – ausgehend vom aktuellen Kurs von 15,68 Euro liegt das Kursziel gut zwei Euro höher. Ob die Restrukturierung und eine mögliche Stahl-Abspaltung diese Erwartung tatsächlich tragen, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen.
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