Thyssenkrupp steuert nach einer leichten operativen Erholung auf den Abschluss des laufenden Geschäftsjahres zu. Das Marktumfeld bleibt jedoch von spürbarer Skepsis geprägt: Während die jüngsten Quartalszahlen eine Stabilisierung andeuteten, rechnen Branchenbeobachter für das Gesamtjahr weiterhin mit Verlusten. Gleichzeitig verzeichnet das Aktionärsregister neue Umschichtungen bei institutionellen Adressen.
Am deutschen Aktienmarkt reagiert das Papier heute freundlich auf die Gesamtlage. Die Aktie von Thyssenkrupp klettert um 2,8 Prozent auf 15,28 Euro.
Damit knüpft der Titel an seine Erholung der vergangenen Monate an. Die Anleger wägen derzeit die Fortschritte beim Konzernumbau gegen die anhaltenden konjunkturellen Risiken in den Kernmärkten ab.
Amundi passt Stimmrechtsanteil an
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte am heutigen Dienstag eine Stimmrechtsmitteilung des französischen Vermögensverwalters Amundi. Das Institut gab bekannt, nach einer Schwellenberührung am 16. September nun einen Stimmrechtsanteil von 3,14 Prozent zu halten.
Zuvor war die Beteiligung mit 3,05 Prozent ausgewiesen worden. Die Stimmrechte werden Amundi vollständig über gehaltene Aktien zugerechnet, während gesonderte Finanzinstrumente nicht mehr gemeldet wurden.
Solche Umschichtungen im Kreis der Großinvestoren werden am Markt aufmerksam verfolgt. Sie gelten als Signal dafür, wie internationale Fondsgesellschaften die Sanierungspläne des Managements langfristig einschätzen.
Umsatzplus im Sommerquartal
Operativ stützt sich das Unternehmen auf das vorangegangene Geschäftsquartal, dessen Ergebnisse im August vorgelegt wurden. In der Dreimonatsperiode bis Ende Juni steigerte der Konzern seinen Umsatz auf 8,79 Milliarden Euro nach 8,15 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Zugleich gelang beim Ergebnis je Aktie der Sprung auf eine ausgeglichene Null, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 0,45 Euro angefallen war.
Dieser operative Fortschritt verringerte zwar den akuten Handlungsdruck, beseitigt jedoch nicht die strukturellen Baustellen. Vor allem die Zukunft der klassischen Stahlaktivitäten und der hohe Investitionsbedarf in energieeffiziente Anlagen erfordern weiterhin klare Entscheidungen.
Analysten bleiben für Gesamtjahr skeptisch
Dementsprechend vorsichtig fällt die Beurteilung der Marktbeobachter aus. Die fundamentale Gemengelage bleibt anspruchsvoll. Erst mit dem Jahresabschluss wird sich zeigen, ob die eingeleiteten Spar- und Portfoliomaßnahmen ausreichen, um den Konzern nachhaltig in die Gewinnzone zurückzuführen.
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