Thyssenkrupp Aktie: Die Abspaltung von tk accelis ist durch

Symbolbild, KI-generiert

Der Anlagenstart verzögert sich um zwei Jahre; für das Stahlprojekt sind bis zu zwei Milliarden Euro staatliche Förderung vorgesehen.

Auf einen Blick:
  • Duisburger Anlagenstart erst 2029 geplant
  • Engineeringphase als Hauptgrund der Verzögerung
  • Förderprojekt kostet rund drei Milliarden Euro
  • Analysten senkten Kursziele auf 15 bis 17 Euro

Thyssenkrupp Steel Europe plant die Inbetriebnahme seiner Duisburger Direktreduktionsanlage für klimaschonenden Stahl erst 2029 statt ursprünglich 2027. Wie das Handelsblatt gestern berichtete, bestätigte ein Sprecher die Verzögerung und führte sie im Wesentlichen auf die Engineeringphase zurück.

Späterer Start für gefördertes Stahlprojekt

Das Projekt kostet dem Bericht zufolge rund 3 Milliarden Euro. Der Staat stellt dafür bis zu 2 Milliarden Euro Fördermittel bereit. Die Anlage soll Stahl klimaschonender produzieren; mit dem späteren Start verschiebt sich ein zentraler Termin dieses Vorhabens.

Für das laufende Dekarbonisierungsprojekt tkH2Steel erhielt Thyssenkrupp Steel außerdem einen bestandskräftigen Änderungsbescheid zur Förderung. Nach Unternehmensangaben berücksichtigen die angepassten Förderauflagen einen flexibleren Hochlauf des Wasserstoffanteils. Das Unternehmen bereitet eine neue Wasserstoffausschreibung vor.

Die Aktie schloss am Freitag bei 11,86 €. Über die vergangenen 30 Tage verlor sie 12%; eine direkte Verursachung dieser Kursbewegung durch den späteren Anlagenstart ist damit nicht belegt.

Niedrigere Kursziele trotz Kaufempfehlungen

Medienberichten zufolge senkten Analystenhäuser am 29. Oktober ihre Kursziele auf eine Spanne von 15 bis 17 Euro. Die betroffenen Häuser hielten dabei an ihren Kaufempfehlungen fest. Die Zielsenkungen gingen der gestern gemeldeten Verzögerung des Duisburger Projekts voraus.

Bei der Einordnung der Kursentwicklung spielt auch die vor rund zwei Wochen abgeschlossene Abspaltung von tk accelis eine Rolle. Nach Angaben von Thyssenkrupp erhielten Aktionäre für jeweils 20 Thyssenkrupp-Aktien eine Aktie des abgespaltenen Unternehmens. Der rechnerische Abschlag rund um dessen Handelsstart war wesentlich durch die Abspaltung erklärbar und bedeutete keinen entsprechenden Wertverlust des Gesamtpakets.

Den Konzernjahresfinanzbericht für das Geschäftsjahr 2025/2026 will Thyssenkrupp am 8. Dezember 2026 veröffentlichen.

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