Thyssenkrupp Aktie: 8-Milliarden-Deal mit Indien exklusiv

Thyssenkrupp steht kurz vor einem milliardenschweren U-Boot-Auftrag aus Indien. Parallel schreitet der Konzernumbau im Stahlgeschäft voran.

Auf einen Blick:
  • TKMS als letzter Bieter für indisches U-Boot-Projekt
  • Exklusive Verhandlungen mit Indien laufen
  • Rückzug aus HKM-Stahl-Joint-Venture abgeschlossen
  • Aktie notiert über wichtigen Durchschnittslinien

Ein Rivale ist raus, die Verhandlungen laufen exklusiv. Thyssenkrupp steht bei einem indischen U-Boot-Programm im Wert von acht Milliarden Euro kurz vor dem Ziel. Die Aktie notiert am Dienstag bei 11,71 Euro und legt um 1,52 Prozent zu.

TKMS verhandelt exklusiv mit Indien

Die Marinesparte TKMS ist der letzte verbliebene Bieter für das Programm „Project 75(I)“. Sechs konventionelle U-Boote soll das Unternehmen für die indische Marine bauen.

Der spanische Konkurrent Navantia ist ausgeschieden. Zusammen mit dem indischen Partner Larsen & Toubro konnte die Werft wesentliche Technologien nicht nachweisen.

Seit September 2025 verhandelt TKMS gemeinsam mit dem indischen Staatskonzern Mazagon Dock Shipbuilders mit der Beschaffungsbehörde. Ein TKMS-Sprecher bestätigte gegenüber Medien die finale Verhandlungsphase. Konkrete Details nannte er nicht. Ein Vertragsabschluss steht noch aus, gilt aber als letzter großer Schritt vor der Auftragsvergabe.

Stahlgeschäft: Rückzug aus HKM abgeschlossen

Parallel zum Rüstungsgeschäft treibt Thyssenkrupp den Konzernumbau im Stahlbereich voran. Thyssenkrupp Steel Europe und Vallourec haben die Verträge für ihren Ausstieg aus dem Gemeinschaftsunternehmen HKM am 8. Juli unterschrieben. Salzgitter kann die Integration nun starten.

Der Rückzug hat auch Folgen für den eigenen Konzern. Der Liefervertrag von HKM mit Thyssenkrupp Steel endet bereits 2028 – vier Jahre früher als ursprünglich geplant.

Kursentwicklung: Erholung bleibt intakt

Auf Wochensicht hat die Aktie 2,38 Prozent verloren, auf Monatssicht steht dagegen ein Plus von knapp 3 Prozent. Der aktuelle Kurs liegt weiterhin klar über den wichtigen Durchschnittslinien: 5,89 Prozent über dem 50-Tage-Schnitt von 11,05 Euro und 17,68 Prozent über der 200-Tage-Linie von 9,95 Euro.

Seit Jahresbeginn hat der Titel gut 21 Prozent zugelegt. Zum 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro aus dem Oktober 2025 fehlen noch rund 11,6 Prozent.

Der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 7,10 Euro aus dem März beträgt dagegen fast 65 Prozent. Diese Spanne zeigt, wie stark die Aktie schwankt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei knapp 52 Prozent – ein hoher Wert für einen Industriekonzern dieser Größe.

Für die kommenden Wochen zählen zwei Ereignisse: der Abschluss der U-Boot-Verhandlungen mit Indien und die nächsten Schritte im Konzernumbau nach dem HKM-Rückzug. Einen verbindlichen Termin für den Vertragsabschluss mit der indischen Beschaffungsbehörde gibt es bislang nicht. Gelingt der Deal, dürfte das der Marinesparte und damit der gesamten Aktie zusätzlichen Schub geben.

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