Thyssenkrupp hat mit seinen Zahlen zum dritten Geschäftsquartal 2025/2026 die Untergrenze seiner Ergebnisprognose angehoben. Das bereinigte EBIT für das laufende Geschäftsjahr soll nun zwischen 600 Millionen und 900 Millionen Euro liegen, zuvor hatte der Konzern eine Spanne von 500 Millionen bis 900 Millionen Euro angesetzt.
Auch die erwartete Konzernverlust-Spanne fiel enger aus: Statt zwischen 800 Millionen und 400 Millionen Euro rechnet Thyssenkrupp nun mit einem Verlust zwischen 700 Millionen und 400 Millionen Euro.
Grundlage der Anhebung sind operative Fortschritte im dritten Quartal. Das bereinigte EBIT kletterte auf 183 Millionen Euro, der Umsatz stieg auf rund 8,8 Milliarden Euro. Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres wies Thyssenkrupp einen Umsatz von 24,4 Milliarden Euro aus, zugleich drehte das Nettoergebnis im Quartal auf plus 34 Millionen Euro.
Der freie Cashflow vor Übernahmen blieb mit minus 114 Millionen Euro allerdings weiterhin negativ – ein Hinweis darauf, dass die operative Erholung noch nicht auf die Liquidität durchschlägt.
Fortschritt beim Grünstahlprojekt
Neben den Zahlen lieferte Reuters eine zweite wichtige Meldung: Thyssenkrupp sei bei einer Einigung mit der EU-Kommission zu seinem mit 3 Milliarden Euro bezifferten Grünstahlwerk in Deutschland vorangekommen. Das reduziert die regulatorische Unsicherheit rund um eines der zentralen Transformationsprojekte des Konzerns und dürfte auch für Investoren ein Argument gewesen sein, an dem Tag der Zahlen zuzugreifen. Reuters berichtete, die Aktie sei im Handel zeitweise um bis zu 7,5 Prozent gestiegen.
Analysten uneins über den fairen Wert
Die Reaktionen der Analysehäuser nach den Quartalszahlen fielen unterschiedlich aus. Die Deutsche Bank beließ ihre Einschätzung auf „Buy“ und nannte ein Kursziel von 16 Euro. Bank of America ging noch weiter und erhöhte ihr Kursziel von 18 auf 19 Euro, verbunden mit einer bestätigten Kaufempfehlung – das oberste Ende der genannten Zielspannen.
Auf der vorsichtigeren Seite bewegte sich JPMorgan mit einer „Neutral“-Einstufung und einem Kursziel von 12,80 Euro, während Jefferies bei „Buy“ blieb, das Kursziel jedoch mit 13 Euro deutlich unter den Marken der Deutschen Bank und von Bank of America ansetzte.
Die Spannbreite der Kursziele zeigt, wie unterschiedlich der Markt die Nachhaltigkeit der operativen Verbesserung und die Bewertung nach der jüngsten Kursrally einschätzt.
Kurs nähert sich dem Jahreshoch
Der Kurs reagierte auf die Nachrichtenlage mit deutlichen Gewinnen und notiert aktuell bei 14,73 Euro, ein Plus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss. Damit liegt die Aktie nur noch 1,5 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
Die Kombination aus angehobener Prognose, Fortschritten beim Grünstahlwerk und überwiegend wohlwollenden Analystenkommentaren hat die Papiere in den vergangenen Wochen spürbar nach oben getragen. Ob sich diese Dynamik fortsetzt, wird sich an den kommenden operativen Meilensteinen entscheiden – insbesondere daran, ob der freie Cashflow aus der negativen Zone herausfindet.
Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 27. August liefert die Antwort:
Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
