Thyssenkrupp räumt auf. Der Industriekonzern schließt ein US-Werk, um seine Autozuliefersparte profitabler zu machen. Parallel dazu liefert Brüssel unerwartete Schützenhilfe für das Stahlgeschäft. Das treibt den Aktienkurs massiv an.
Autozulieferer auf Sparkurs
Das Segment Automotive Technology steht im Zentrum des Umbaus. Thyssenkrupp schließt den Standort für Fahrwerktechnik im US-Bundesstaat Indiana. Das Werk in Terre Haute macht dicht.
Die Maßnahme soll die Kosten senken. Das Management will die Erträge im Autoteilegeschäft steigern. Marktbeobachter werten die Schließung als konsequenten Schritt. Der Konzern verringert so die Schwankungen in der Zulieferersparte.
Brüsseler Schutzschild
Unerwartete Hilfe kommt aus dem Europäischen Parlament. Die Abgeordneten beschlossen diese Woche schärfere Zölle gegen billige Stahlimporte aus Drittländern. Das schützt den europäischen Markt vor Wettbewerbsverzerrungen.
Für Thyssenkrupp ist das ein starkes Signal. Weniger Importdruck bedeutet stabilere Stahlpreise. Die internen Kostensenkungen greifen bereits. Im Mai meldete der Konzern für das zweite Geschäftsquartal ein deutlich höheres operatives Ergebnis. Der Umsatz sank dabei leicht auf rund 8,4 Milliarden Euro.
Aktie im Aufwind
Die Börse honoriert den Sanierungskurs. Die Folge: Allein in den vergangenen 30 Tagen kletterte das Papier um knapp 21 Prozent. Aktuell notiert die Aktie bei 10,79 Euro.
Analysten passen ihre Modelle an. JPMorgan hob das Kursziel auf 11,80 Euro an. Die US-Bank bewertet die Aktie weiterhin mit „Neutral“. Jefferies rät hingegen zum Kauf. Ein technisches Detail mahnt zur Vorsicht. Der Relative-Stärke-Index (RSI) steht bei 82,3 Punkten. Das signalisiert einen überkauften Zustand.
Der Konzern hält an seinen Zielen für das laufende Geschäftsjahr fest. Das Management fokussiert sich nun auf einen besseren Free Cashflow. Die geplante Entflechtung einzelner Segmente bleibt die größte Hürde. Verzögerungen bei diesem Umbau könnten die aktuelle Kursrallye schnell ausbremsen.
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