Thyssenkrupp Aktie: 12-Milliarden-Fregattenauftrag im Bundestag

Symbolbild, KI-generiert

Der geplante TKMS-Auftrag stärkt den Verteidigungsbereich, während Thyssenkrupp für 2025/26 einen Nettoverlust von 400 bis 700 Millionen Euro erwartet.

Auf einen Blick:
  • Bundestag entscheidet über TKMS-Großauftrag
  • Damen fordert rund 4,7 Milliarden Euro
  • Konzern erwartet 2025/26 Nettoverlust
  • Nucera plant Montagezentrum in Portugal

Für die Marinesparte von Thyssenkrupp steht eine wegweisende Entscheidung im Bundestag an.

Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von rund 12 Milliarden Euro, wobei das erste Schiff voraussichtlich Ende 2029 ausgeliefert werden soll.

Die Milliardenbestellung folgt auf das vorzeitige Ende des bisherigen F126-Projekts. Im Zusammenhang mit dieser Neuausrichtung fordert die niederländische Werft Damen über ihren Anwalt Peter Gauweiler rund 4,7 Milliarden Euro vom Bund für bereits vereinbarte Leistungen.

Etwa 1,95 Milliarden Euro dieser Summe würden an Rheinmetall weitergereicht. Zudem rügte die Gegenseite das Fehlen einer regulären Ausschreibung für die Neuvergabe an TKMS.

Milliardenvolumen trifft auf anspruchsvolle Prognosen

Für den Essener Industriekonzern bedeutet der Fregattenauftrag eine erhebliche Festigung des operativen Auftragsbestands im Verteidigungssektor. Dennoch bleibt das übergeordnete Geschäftsjahr von Herausforderungen geprägt.

Für das Geschäftsjahr 2025/26 wird im Konzern mit einem Nettoverlust in einer Spanne von 400 bis 700 Millionen Euro gerechnet, während das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) zwischen 600 und 900 Millionen Euro erwartet wird.

Der freie Cashflow vor Zu- und Verkäufen dürfte voraussichtlich mit minus 600 bis minus 300 Millionen Euro negativ ausfallen. Hinzu kommen ungedeckte Pensionsverbindlichkeiten in Höhe von 5,06 Milliarden Euro, die die Bilanzstruktur weiterhin belasten.

Die Aktie ging gestern bei 13,80 Euro aus dem Xetra-Handel, was seit Jahresanfang einem Zuwachs von 48 Prozent entspricht. Zum 52-Wochen-Hoch von 15,86 Euro beträgt der Abstand derzeit minus 13 Prozent.

Analysten blicken auf die Bewertung

In der Bewertung der Transformation gehen die Einschätzungen am Markt auseinander. Die Deutsche Bank stuft das Papier mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 18 Euro ein, während JPMorgan die Aktie neutral bewertet und das Kursziel bei 15 Euro ansetzt.

Zusätzliche Impulse kommen aus dem weiteren Konzernportfolio. Die Wasserstofftochter Thyssenkrupp Nucera unterzeichnete jüngst einen Mietvertrag für eine über 7.500 Quadratmeter große Halle im portugiesischen Vila Nova de Gaia. Dort soll im Winter der Bau eines eigenen Montagezentrums für alkalische Elektrolysezellen beginnen, dessen Betriebsstart für 2028 geplant ist.

Das Investitionsvolumen liegt bei 10 bis 14 Millionen Euro und wird durch eine portugiesische Förderung von rund 3,7 Millionen Euro gestützt. Die operative Umsetzung bei Nucera und der anstehende Großauftrag für TKMS liefern damit greifbare Bausteine für die Neuausrichtung des Gesamtkonzerns.

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