The Trade Desk: Jetzt ein günstiger Einstieg?

The Trade Desk taumelte 2025 kräftig, doch das Ende der Wachstumsstory ist übertrieben. Streaming- und Audio-Werbung treiben das Geschäft weiter an.

Auf einen Blick:
  • Aktie crashte um 70 Prozent
  • Wachstum durch Makrokrisen gebremst
  • Umsatz weiterhin steigend
  • Streaming-TV und Audio als Treiber
  • Neutralität schützt vor Amazon-Konflikten

Die Aktie von The Trade Desk hat 2025 Federn gelassen und rund 70 Prozent an Wert verloren. Viele Anleger wittern das Ende der Wachstumsstory. Doch ein genauer Blick zeigt: Der Abgesang könnte deutlich verfrüht sein.

Info: The Trade Desk ist eine führende Plattform für programmatische Werbung (Anzeigen werden automatisch über Software gekauft und platziert– ohne manuelles Aushandeln von Preisen oder Platzierungen.). Unternehmen kaufen über sie Anzeigen auf Streaming-TV, Audio, Display und Apps. Die Plattform besitzt keine eigenen Inhalte, sondern vermittelt Werbeplätze neutral und verdient über Gebühren auf das Werbebudget.

Trade Desk Aktie Chart

The Trade Desk: Das ist der Grund für den Rückgang

Der jüngste Dämpfer beim Aktienkurs wirkt dramatischer, als er ist. Die Zuwächse fielen 2025 klar schwächer aus als in den Jahren zuvor. Das schürte Angst an der Wall Street. Vor allem Amazon gilt plötzlich als übermächtiger Gegner.

Doch der Rückgang hat vor allem mit Konjunktursorgen zu tun. Werbebudgets reagieren empfindlich auf Inflation, Zölle und Unsicherheit. Genau hier trifft es The Trade Desk besonders stark, weil viele Kampagnen nicht sofort Verkäufe auslösen, sondern Marken langfristig aufbauen.

Investoren sind nur enttäuscht, dass der Umsatz nicht mehr so schnell wächst, wie bisher. Doch schaut man auf die Zahlen, stellt man fest: Der Umsatz, Gewinn und sogar der Free Cashflow steigen.

KennzahlTTM20242023
Umsatz2,8 Mrd. Dollar2,4 Mrd. Dollar1,9 Mrd. Dollar
Gewinn438,6 Mio. Dollar393,1 Mio. Dollar178,9 Mio. Dollar
Free Cashflow689,7 Mio. Dollar641,2 Mio. Dollar551,5 Mio. Dollar

Historisch zeigte sich das schon früher. In Krisenzeiten bremsen Kunden zuerst dort. Sobald sich das Umfeld beruhigt, zieht das Geschäft wieder an. Ohne Sondereffekte wie Wahlwerbung läge das Wachstum zuletzt sogar im Normalbereich.

The Trade Desk: Der wichtigste Motor läuft weiter

Der wichtigste Motor läuft ohnehin weiter. Werbung auf Streaming-TV macht rund die Hälfte des Umsatzes aus. Klassisches Fernsehen verliert stetig Budgets. Milliarden wandern in Richtung Connected TV. Davon profitiert The Trade Desk direkt. Hinzu kommt Digital-Audio. Podcasts und Musikstreaming entwickeln sich zum nächsten Wachstumstreiber.

Ein entscheidender Trumpf bleibt die Neutralität. The Trade Desk verkauft keine eigenen Inhalte. Die Plattform schiebt Werbegelder dorthin, wo sie am meisten bringen. Amazon und Google sitzen dagegen auf beiden Seiten des Tisches. Sie sind Marktplatz und Verkäufer zugleich. Das schafft Interessenkonflikte.

Fazit

Das derzeitige KGV ist mit 40 zwar recht hoch, doch das ist die niedrigste Bewertung seit Jahren. Davor lag sie zwischen 155 und 411. Das zeigt: Die Bewertung von The Trade Desk ist auf dem Weg zur Normalisierung. Noch deutlicher wird es, wenn man auf das Vorwärts-KGV schaut, das die erwarteten Gewinne der nächsten 12 Monate zugrundelegt. Es liegt bei 18. Wie eine Überbewertung sieht es nicht aus.

Das Geschäftsmodell lebt. Die Märkte wachsen. Die Panik wirkt überzogen. Der Tod des Wachstums bei The Trade Desk scheint vor allem eines zu sein – stark übertrieben.

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