Die schwache Kursentwicklung von The Trade Desk in Europa deutet heute auf weiteren Druck zum US-Start hin. Während die US-Börsen feiertagsbedingt geschlossen bleiben, liefern die Notierungen in Frankfurt und Düsseldorf erste Signale – und die fallen negativ aus. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, ob die Marke von 35 US-Dollar zum US-Start morgen überhaupt noch Halt bietet.
Auf dem Frankfurter Parkett notiert die Aktie aktuell bei rund 29,74 Euro, ein Minus von etwa 0,85 % gegenüber dem Vortag. An der Börse Düsseldorf fällt das Bild noch schwächer aus, dort liegt der Kurs bei 29,72 Euro und damit über 3,5 % tiefer.
Technische Lage: Neue Tiefs und hoher Druck
Die heutige Schwäche in Europa knüpft direkt an die deutliche Belastung zum Wochenschluss in den USA an. Am Freitag schloss die Aktie an der Nasdaq bei 35,48 US-Dollar, nur knapp über dem Tagestief von 35,23 US-Dollar.
Wesentliche technische Punkte:
- Neues 52-Wochen-Tief: Der Rückgang in den Bereich um 35 US-Dollar markiert den niedrigsten Stand seit über einem Jahr. Frühere Unterstützungszonen wurden damit klar unterschritten.
- Deutlicher Abstand zu Durchschnittslinien: Der Kurs liegt spürbar unter der 50-Tage-Linie (rund 38,95 US-Dollar) und weit unter der 200-Tage-Linie (rund 52,72 US-Dollar). Technisch betrachtet befindet sich die Aktie damit in einem ausgeprägten Abwärtstrend.
- Hohe Umsätze: Der Rückgang am Freitag wurde von starkem Handelsvolumen begleitet, was auf verstärkte Verkäufe größerer Adressen schließen lässt.
Insgesamt hat die Aktie innerhalb eines Jahres rund 70 % an Wert verloren. Der Trend zeigt bislang keine Stabilisierungstendenzen.
Analysten und Stimmungslage
Trotz des deutlichen Kursverfalls herrscht unter Analysten kein einheitliches Bild, was die Lage zusätzlich unübersichtlich macht.
- Einstufung angehoben: MoffettNathanson hat die Aktie am 12. Januar von „Sell“ auf „Neutral“ hochgestuft. Begründung: Die Bewertung sei nach der langen Korrektur deutlich zurückgekommen und nähere sich aus Sicht der Analysten einem möglichen Boden.
- Kursziele reduziert: Truist Securities hat das Kursziel auf 85 US-Dollar gesenkt, die Einschätzung „Buy“ aber beibehalten und damit die schwache technische Verfassung anerkannt. Guggenheim liegt mit einem reduzierten Ziel von 50 US-Dollar deutlich darunter.
- Privatanleger optimistisch: In Foren-Diskussionen vom 18. Januar verweisen viele Privatanleger auf ein aus ihrer Sicht attraktives Chance-Risiko-Profil bis 2026. Der Markt preist aktuell jedoch weiterhin spürbare Risiken ein, was sich im anhaltenden Abwärtstrend widerspiegelt.
Die Kombination aus zurückgenommenen, aber teils noch deutlich höheren Kurszielen und schwacher Kursentwicklung sorgt für eine angespannte Stimmung rund um den Titel.
Wichtige Marken für die neue Woche
Mit der Wiedereröffnung der US-Börsen morgen richtet sich der Blick auf zentrale Kursmarken und branchenspezifische Faktoren.
Im Fokus stehen dabei:
- Unterstützung bei 35 US-Dollar: Die Marke wirkt vor allem psychologisch wichtig. Ein klarer Bruch nach unten könnte zusätzliche Stop-Loss-Verkäufe auslösen und den Abgabedruck kurzfristig verstärken.
- Sektorumfeld: Die gesamte Adtech-Branche steht unter dem Eindruck möglicher Ausgabenkürzungen auf der Kundenseite. Diese Sorgen lasten weiterhin auf der Aktie, auch wenn das Unternehmen zuletzt noch Umsatzwachstum berichtet hat.
- Vorgabe aus Deutschland: Setzt sich die Schwäche in Frankfurt bis morgen fort oder verstärkt sie sich, steigt die Wahrscheinlichkeit eines tieferen Starts an der Nasdaq mit einem Gap nach unten.
Am morgigen US-Handelsstart entscheidet sich, ob die Marke von 35 US-Dollar zumindest kurzfristig Halt bietet oder ob der Abwärtstrend in eine nächste Phase übergeht.
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