The Trade Desk Aktie: 27,3-Prozent-Crash nach Q2-Fehlschlag

The Trade Desk enttäuscht mit Q2-Zahlen und düsterer Q3-Prognose. Die Aktie stürzt ab, Analysten senken massiv die Kursziele.

Auf einen Blick:
  • Umsatz und Gewinn verfehlen Erwartungen
  • Düstere Q3-Prognose belastet Aktie
  • Analysten stufen Aktie mehrfach herab
  • Kurs fällt auf tiefsten Stand seit 2019

The Trade Desk hat mit seinen Quartalszahlen die eigenen Ansprüche verfehlt – und die Börse hat mit einem der heftigsten Kursstürze des Jahres reagiert. Die Aktie des Werbetechnologie-Unternehmens notiert nun tief im einstelligen Euro-Bereich und hat binnen einer Woche einen Großteil ihres verbleibenden Wertes eingebüßt.

Umsatz und Gewinn deutlich unter den Erwartungen

Am Donnerstag legte The Trade Desk die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor, das Ende Juni abgeschlossen wurde. Der Umsatz wuchs nur noch um 3 Prozent auf 715 Millionen US-Dollar, während Analysten im Schnitt mit 753 Millionen US-Dollar gerechnet hatten.

Der bereinigte Gewinn pro Aktie brach um 17 Prozent auf 0,34 US-Dollar ein. Firmenchef Jeff Green räumte ein: „Dieses Quartal hat nicht den Standard erfüllt, den wir uns selbst gesetzt haben, aber es hat unsere Überzeugung bestätigt, dass wir uns auf die richtigen Chancen für die Zukunft konzentrieren.“

Besonders schwer wog die Prognose für das dritte Quartal. Das Management kündigte einen deutlichen Rückgang an und machte dafür eine schwache Werbenachfrage von Konsumgüter- und Automobilkunden verantwortlich – zwei Branchen, die zusammen ein Viertel des Konzernumsatzes ausmachen. Rosenblatt Securities bezeichnete die Trends für das dritte Quartal als „substanziell negativ“ und verwies auf die zyklische Belastung durch diese beiden Kundengruppen.

Nicht alles war schlecht: Die Kundenbindung lag im zweiten Quartal weiterhin über 95 Prozent, wie seit mehr als einem Jahrzehnt. The Trade Desk kaufte im Quartal zudem für rund 78 Millionen US-Dollar eigene Class-A-Aktien zurück, weitere 269 Millionen US-Dollar stehen laut Pflichtmitteilung für künftige Rückkäufe zur Verfügung.

Auf der Partnerseite meldete das Unternehmen neue Kooperationen: Dentsu machte The Trade Desk zum ersten DSP-Partner seines neuen Retail-Datenangebots, und Databricks kürte das Unternehmen zum Launch-Partner für seine Plattform CustomerLake.

Abstufungswelle drückt Kursziele massiv nach unten

Am Freitag reagierte der Markt mit dem größten Tagesverlust im S&P 500 auf die Zahlen – die Aktie fiel zeitweise um 27,3 Prozent auf ihr niedrigstes Niveau seit Anfang 2019. Eine Serie von Analystenreaktionen folgte prompt.

Susquehanna stufte das Papier von Positive auf Neutral zurück und kappte das Kursziel von 34 auf 14 US-Dollar, mit Verweis auf makroökonomischen Druck und die verfehlten Umsatzschätzungen. BMO Capital senkte die Einstufung von Outperform auf Market Perform und setzte ein neues Ziel von 15 US-Dollar, mit Verweis auf schwache Ergebnisse und Ausführungsprobleme.

Auch Citi, DA Davidson, RBC Capital und Cannonball Research stuften am Freitag ihre Bewertungen zurück, mehrere Häuser reduzierten ihre Kursziele teils drastisch – MoffettNathanson etwa von 23 auf 6 US-Dollar.

UBS bildete eine Ausnahme: Das Haus senkte sein Kursziel zwar von 28 auf 16 US-Dollar, beließ die Einstufung aber bei Buy und verwies auf anhaltende makroökonomische Belastungen bei gleichzeitig verbesserter Vertriebsausführung und wachsendem Momentum bei Joint-Business-Plänen als frühe Erholungssignale.

Charttechnik zeigt extrem überverkauftes Papier

Der aktuelle Kurs von 11,83 Euro liegt nur noch gut 10 Prozent über dem jüngsten 52-Wochen-Tief von 10,71 Euro, das erst am Freitag markiert wurde. Der 14-Tage-RSI von 27,5 signalisiert eine stark überverkaufte Lage, wie sie nach einem derartigen Kurseinbruch typisch ist.

Anleger richten den Blick nun auf den 5. November, wenn das Unternehmen seine nächsten Quartalszahlen vorlegt und zeigen muss, ob die angekündigte Erholung bei den zyklischen Kundengruppen tatsächlich einsetzt.

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