The Platform Group Aktie: 3,2 Milliarden Bruttowarenvolumen nach AEP

The Platform Group fokussiert sich auf margenstarke Segmente und erwartet nach AEP-Übernahme einen deutlichen EBITDA-Anstieg.

Auf einen Blick:
  • Konzern bereinigt Portfolio unrentabler Geschäfte
  • Optics & Hearing Bereich mit hohen Margen
  • AEP-Übernahme soll Umsatz auf 2 Milliarden heben
  • Aktie technisch überverkauft bei RSI von 40

The Platform Group versucht den operativen Befreiungsschlag. Nach einer wochenlangen Korrektur, die das Papier bis auf 3,05 Euro drückte, rückt die Profitabilität ins Zentrum. Das Management opfert für eine höhere Marge bewusst reines Umsatzwachstum.

Fokus auf Rendite statt Volumen

Der Konzern hat sein Portfolio zuletzt konsequent bereinigt. Unrentable Aktivitäten wie das Autowerbe-Geschäft wurden eingestellt, während Randbereiche wie Emco Elektroroller oder Aplanta bereits Ende des Vorjahres verkauft wurden. Diese Maßnahmen zielen auf eine schlankere Struktur ab, die sich auf margenstarke Segmente konzentriert.

Besonders der Bereich „Optics & Hearing“ liefert hierbei ab. Durch die Vernetzung lokaler Optiker mit der Online-Plattform MyGlasses erzielt das Unternehmen EBITDA-Margen zwischen 20 und 25 Prozent. Die Übernahme der Blickpunkt GmbH in Starnberg soll dieses lukrative Geschäft in kaufkräftigen Regionen weiter stärken.

Der AEP-Deal als Wachstumstreiber

Die Weichen für den nächsten großen Sprung sind gestellt. Ende Mai wird der formelle Abschluss der Übernahme des Pharmagroßhändlers AEP erwartet. Das Bundeskartellamt hat bereits grünes Licht für die Transaktion gegeben, die das Segment „Pharma & Service Goods“ neu definieren soll.

Gelingt die Integration, schaltet das Unternehmen in eine neue Größenordnung. Auf Pro-forma-Basis erwartet der Vorstand dann ein Bruttowarenvolumen von 3,2 Milliarden Euro. Der Nettoumsatz könnte auf 2,0 Milliarden Euro steigen, während das bereinigte EBITDA ein Ziel von bis zu 100 Millionen Euro anvisiert.

Ohne den AEP-Zukauf plant das Unternehmen für das laufende Jahr mit einem EBITDA von 70 bis 80 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspräche dies einer deutlichen Steigerung.

Die Aktie notiert derzeit rund 44 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 5,50 Euro, hält aber einen Puffer zum Jahrestief von 2,53 Euro. Mit einem RSI von knapp 40 gilt das Papier technisch als überverkauft.

In den kommenden Tagen veröffentlicht das Unternehmen die operativen Kennzahlen für das erste Quartal. Diese Daten werden belegen müssen, ob die Neuausrichtung bereits bei den Margen und dem Bruttowarenvolumen greift.

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