Seaport Research hat Texas Instruments auf „Buy“ hochgestuft und ein Kursziel von 400 Dollar ausgegeben — das aggressivste unter den zuletzt aktualisierten Analystenzielen. Der Auslöser: eine fundamentale Neuarchitektur der Stromverteilung in Rechenzentren, die den Markt für Analoghalbleiter erheblich vergrößern dürfte.
Warum 800-Volt-Systeme den Unterschied machen
Der Kern der Seaport-These ist ein technischer Wandel. Wachsende Leistungsanforderungen in KI-Rechenzentren drängen Betreiber weg von 480-Volt-Gleichstromsystemen hin zu 800-Volt-Architekturen, die eine bessere Übertragungseffizienz bieten. Analyst Jay Goldberg schätzt, dass das adressierbare Marktvolumen für Power-Analog-Chips dadurch von aktuell rund 5 Milliarden Dollar auf 15 Milliarden Dollar bis 2030 wächst — und die Margenstruktur des Segments verbessert sich dabei mit.
Texas Instruments gilt als besonders gut positioniert: ein breites Power-Semiconductor-Portfolio und eine starke Galliumnitrid-Plattform sprechen für sich. Volumendeployments von 800-Volt-Rechenzentren erwartet Seaport zwar erst ab 2028, Nvidias Kyber-Racks sollen aber bereits Ende 2027 in größerem Umfang ausgeliefert werden. Entscheidend: Die Design-Entscheidungen für diese Systeme fallen bereits heute — Lieferkettensignale dürften also weit vor dem eigentlichen Umsatzschub sichtbar werden.
Analysten sehen Kursziele zwischen 300 und 400 Dollar
Das Bild der Analysten ist nicht einheitlich. Seaport liegt mit 400 Dollar am oberen Ende, Stifel sieht das Kursziel bei 340 Dollar und bekräftigt ebenfalls „Buy“. BofA Securities bleibt bei 320 Dollar und ebenfalls einem Kaufurteil — mit Verweis auf eine breite Erholungsdynamik im Halbleitermarkt. Mizuho und Cantor Fitzgerald liegen mit je 300 Dollar am unteren Ende der Spanne. Das KI-Datencenter-Geschäft von Texas Instruments erreicht laut Mizuho inzwischen einen vierteljährlichen Umsatzrhythmus von 563 Millionen Dollar, mit erwartetem Wachstum bis 2027.
Cantor Fitzgerald hob außerdem die Preissetzungsmacht des Unternehmens hervor und erwähnte das Potenzial für eine zweite Preiserhöhung im Juli 2026 als möglichen Kurstreiber.
Der Aktienkurs hat sich zuletzt stark entwickelt. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate legte die Aktie rund 76 Prozent zu. Acht Analysten haben ihre Gewinnschätzungen für die kommenden Quartale nach oben revidiert — ein Signal, dass der Konsens die Wachstumsdynamik zunehmend ernst nimmt.
Die nächste Bewährungsprobe könnte früher kommen als gedacht: Sobald erste Hersteller konkrete Lieferkettenvereinbarungen für 800-Volt-Systeme bekanntgeben, wird sich zeigen, ob Texas Instruments tatsächlich die Designgewinne eingefahren hat, die Seaport für wahrscheinlich hält.
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