Texas Instruments greift tief in die Tasche und zahlt satte 7,5 Milliarden Dollar für Silicon Labs. Der Deal zeigt deutlich, wo die Texaner ihre Zukunft sehen. Nicht in den gehypten KI-Chips, sondern in den soliden Industriemärkten. Silicon Labs-Aktionäre bekommen 231 Dollar je Aktie in bar auf die Hand. Das ist eine ordentliche Prämie, die den Kurs am Mittwoch um 26 Prozent auf 172 Dollar katapultierte, bevor der Handel ausgesetzt wurde.
Die Rechnung ist simpel. Texas Instruments will seine Position als weltgrößter Analog-Chip-Hersteller weiter ausbauen. Silicon Labs bringt Kunden aus Smart-Home, Industrieautomation, Batteriespeichern und medizinischen Geräten mit. Genau die Märkte, in denen Texas Instruments ohnehin stark ist. Der Deal macht also durchaus Sinn, auch wenn die eigene Aktie mit minus 3,4 Prozent auf 217,50 Dollar erst einmal unter Druck geriet.
Industrieerholung gibt den Takt vor
Der Zeitpunkt der Übernahme ist kein Zufall. Erst letzte Woche überraschte Texas Instruments mit einer starken Umsatzprognose. Die Nachfrage von Industriekunden und Autoherstellern zieht wieder an. Wer Chips für Fabriken und Fahrzeuge liefert, muss Monate im Voraus planen. Texas Instruments gilt deshalb als Frühindikator für die Konjunktur. Und dieser Indikator steht gerade auf Grün.
Mit Silicon Labs an Bord wird Texas Instruments noch breiter aufgestellt in den Bereichen Haushaltsgeräte, Energie und Medizintechnik. Der Deal soll in der ersten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen werden. Bis dahin dürfte die Aktie weiter unter Beobachtung stehen. Anleger wollen sehen, ob sich die 7,5 Milliarden wirklich auszahlen. Die Wette ist jedenfalls klar. Texas Instruments setzt auf das Fundament der Wirtschaft, nicht auf schnelle Trends.
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