Tesla bekommt Rückendeckung von der US-Börsenaufsicht für ein neues Abstimmungsprogramm. Es soll Kleinanleger automatisch auf die Linie des Vorstands bringen. Für eine mögliche Fusion mit SpaceX könnte das eine Rolle spielen.
Was die SEC erlaubt
Die zuständige Abteilung für Unternehmensfinanzierung teilte mit, keine Durchsetzungsmaßnahme zu empfehlen, sofern Tesla sein „Issuer Voluntary Retail Voting Program“ wie beschrieben umsetzt. Teilnehmende Privataktionäre können eine Stehanweisung wählen.
Ihre Stimme folgt dann automatisch den Empfehlungen des Board of Directors, entweder bei allen Punkten oder bei allen außer umstrittenen Direktorenwahlen sowie Fusionen, Übernahmen und Abspaltungen.
Jeder Aktionär kann die Voreinstellung kostenlos überschreiben oder aussteigen. Mindestens jährliche Erinnerungen sind vorgeschrieben.
Tesla begründet den Bedarf mit einer Lücke: In der Proxy-Saison 2025 stimmten Kleinanleger nur 28 Prozent ihrer Aktien ab, institutionelle Investoren kamen auf 76,6 Prozent. Allein für Dienstleister, die Privatstimmen mobilisieren, gab der Konzern bei den vergangenen zwei Hauptversammlungen über zwei Millionen Dollar aus. Privatanleger halten rund 40 Prozent der handelbaren Aktien.
SpaceX im Hintergrund
Brisant wird das Programm durch die Fusionsdebatte. Ein Zusammenschluss mit SpaceX bräuchte die Zustimmung der Tesla-Aktionäre. Bei SpaceX wäre keine Abstimmung nötig, da Elon Musk das Unternehmen weitgehend kontrolliert. Im Juli sprach Musk von wachsenden Überschneidungen, etwa beim gemeinsamen Chipprojekt Terafab. Er betonte aber, ein solches Thema gehöre nicht in einen Earnings Call, es brauche einen passenden Prozess.
Verbindungen gibt es bereits. Teslas Investition in xAI wurde in SpaceX-Aktien umgewandelt, SpaceX selbst ist seit Juni börsennotiert. Viele Marktbeobachter halten eine Fusion für naheliegend. Einen offiziellen Plan gibt es nicht.
Finanzpolster für die Investitionswelle
Parallel dazu sichert sich Tesla Liquidität. Laut Pflichtmitteilung unterzeichnete der Konzern drei Kreditvereinbarungen über zusammen 30 Milliarden Dollar, darunter ein Terminkredit über 20 Milliarden Dollar. Gezogen ist bislang nichts, und das soll 2026 so bleiben.
Der Hintergrund: Tesla will in diesem Jahr mindestens 25 Milliarden Dollar investieren, vor allem in KI-Rechenleistung, Solarzellen und die geplante Chipfabrik. Analysten rechnen mit einem negativen freien Cashflow von fast zehn Milliarden Dollar. Ende Juni lagen rund 43,5 Milliarden Dollar in der Kasse, für 2026 reicht das. Fitch erwartet mehrere Jahre im Minus und steigende Verschuldung.
Termine
Ein bestätigter Termin für die Hauptversammlung 2026 fehlt weiter. Nach texanischem Recht könnten Aktionäre ab Anfang Dezember eine gerichtlich angeordnete Versammlung verlangen, falls bis dahin nichts feststeht.
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