Die Mär um das autonome Fahren bekommt in Europa einen Dämpfer. Die schwedische Verkehrsbehörde empfiehlt der EU, Teslas „Full Self-Driving“-Software in der aktuellen Version abzulehnen. Der Streitpunkt: Eine Funktion namens „Speed Offset“, mit der Fahrzeuge die örtliche Höchstgeschwindigkeit überschreiten können.
Die Entscheidung fällt nicht sofort. Ende Juni trifft sich das Technische Komitee für Kraftfahrzeuge der EU. Einige Staaten haben die Software bereits zugelassen – auf Basis einer niederländischen Genehmigung. Ein EU-weites Veto könnte diese Zulassung gefährden. Tesla müsste dann nachbessern, um den Zugang zum europäischen Markt zu halten.
Analysten bleiben optimistisch
Trotz des Gegenwinds blicken einige Analysten zuversichtlich auf das zweite Quartal. Goldman Sachs und Wolfe Research erwarten rund 420.000 Auslieferungen. Das wäre ein deutlicher Sprung nach oben. Gestützt wird die Prognose durch eine starke Nachfrage, vor allem in Europa.
Tesla erhöht zudem die Investitionen. Die Kapitalausgaben wurden für 2026 auf 25 Milliarden Dollar angehoben. An der Börse wurde das zunächst kritisch gesehen. Viele Analysten bewerten es inzwischen als notwendigen Schritt für KI, den Roboter Optimus v3 und die autonome Taxiflotte. Das dürfte einer der großen Treiber für das Unternehmen bleiben.
Institutionelle Käufe und technische Signale
Cathie Woods ARK Invest hat zugegriffen. Am 18. Juni kaufte der Fonds Tesla-Aktien im Wert von rund 22 Millionen Dollar. Gleichzeitig drehte ARK sein Portfolio Richtung Cloud-Infrastruktur.
Die Aktie selbst notiert bei 347,50 Euro. Das ist exakt das Niveau des 50-Tage-Durchschnitts. Ein gutes Zeichen? Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 359,21 Euro. Solange die Aktie darunter bleibt, ist die Tendenz nicht eindeutig.
Auf Jahressicht steht ein Plus von gut 25 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt das Papier aber 7 Prozent im Minus. Das 52-Wochen-Hoch von 424,10 Euro wirkt inzwischen weit entfernt. Das Tief von 251,00 Euro zeigt dagegen, wie tief es gehen kann.
Im Juli kommt die nächste Hürde: Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA erwartet bis Anfang Juli neue Sicherheitsdaten zu FSD. Zusammen mit der EU-Entscheidung Ende Juni stehen für Tesla gleich zwei richtungsweisende Termine an.
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