Tesla nähert sich einem symbolischen Meilenstein: 10 Milliarden gefahrene FSD-Meilen. Klingt beeindruckend. Ist es auch, irgendwie. Nur leider zahlt das keine Rechnung. Morgan-Stanley-Analyst Andrew Percoco hat das nüchtern zusammengefasst: Der Meilenstein unterstreicht Teslas Führungsrolle bei der Autonomie, doch mit einem Capex, der sich verdoppelt, und einem Free Cashflow, der ins Negative dreht, brauchen Anleger deutlich mehr als Symbolik. Sie brauchen Beweise, dass unüberwachte Autonomie tatsächlich vor der Tür steht.
Percoco schätzt den Capex für 2026 auf 20,7 Milliarden Dollar, grob im Einklang mit Teslas eigener Guidance von über 20 Milliarden. Aber das schließt weder Terafab noch Tesla Solar ein. Kommt beides dazu, könnte der Capex auf 25 bis 30 Milliarden klettern. Bei 21 Milliarden Capex ergibt sich laut Morgan Stanley ein FCF-Burn von 8,4 Milliarden Dollar im Jahr 2026. Das ist kein kleines Loch.
Auslieferungen schwach, Energiespeicher noch schwächer
Die Q1-Zahlen haben das Bild nicht aufgehellt. Tesla produzierte mehr als 408.000 Fahrzeuge, lieferte aber nur gut 358.000 aus. Das Delta von rund 50.000 Einheiten zwischen Produktion und Auslieferung war ein Jahr zuvor noch bei 36.000. Nachfrageschwäche, klar und deutlich. Das Cybertruck, einst von über einer Million Menschen vorbestellt, taucht in den Zahlen auf, aber nicht so, dass es die Geschichte rettet. Die Produktion in diesem Segment wird zurückgefahren.
Noch besorgniserregender ist das Energiespeicher-Segment. Nur 8,8 GWh wurden im Quartal deployt, nach 10,4 GWh im Vorjahr. Das war damals schon das schwächste Quartal der letzten fünf. Jetzt ist es noch schwächer. Vorher wuchs das Segment um 29 Prozent im Jahresvergleich, nun ist es ein Minus von mehr als 15 Prozent. Energiespeicher sollte Teslas großes Wachstumsversprechen sein. Dieses Versprechen wackelt gerade erheblich.
SpaceX IPO: Musk bekommt ein neues Lieblingsspielzeug
Dann ist da noch SpaceX. Der geplante Börsengang bei einer Bewertung von 1,75 Billionen Dollar soll 75 Milliarden Dollar einbringen und wäre damit der größte IPO aller Zeiten. Elon Musk hält rund 42 Prozent an SpaceX, mit 79 Prozent der Stimmrechte durch eine Dual-Class-Struktur. Bei Tesla sieht das anders aus. Musk hat schon früher angedeutet, er brauche eine deutlich höhere Beteiligung an Tesla, um sein Engagement bei KI und Robotik fortzuführen. Stattdessen ließ er SpaceX kürzlich X und xAI übernehmen. Tesla hat 2 Milliarden Dollar in xAI investiert, doch der Nutzen davon für Tesla-Aktionäre ist alles andere als klar.
Mit SpaceX als neuem, börsennotiertem Vehikel, in dem Musk weit mehr Kontrolle hat, stellt sich die Frage, wohin seine Aufmerksamkeit künftig fließt. Und Musks Aufmerksamkeit hinsichtlich Tesla war bekanntlich schon ein großes Thema während seines Ausflugs in die US-Politik.
Tesla Aktie Chart
Faire Bewertung? Weit entfernt
Wer die Zahlen zusammensetzt, kommt auf ein ernüchterndes Bild. Fahrzeugverkäufe auf Niveau eines Premium-Herstellers wie Mercedes oder BMW, Energiespeicher weit hinter LG Energy Solution, FSD mit Waymo als echtem Platzhirsch mit 500.000 Fahrten pro Woche. Die Aktie ist seit Jahresbeginn schon mehr als 21 Prozent gefallen. Aber das Kursziel der Bären liegt noch deutlich tiefer.
Die Q1-Earnings kommen am 22. April nach Börsenschluss. Dann wird Elon Musk erklären, was mit dem Robotaxi in Austin los ist, wann CyberCab wirklich anläuft und warum der Cashflow trotzdem irgendwann positiv werden soll. 10 Milliarden FSD-Meilen sind eine schöne Zahl. Aber die Rechnung zahlt man nicht in Meilen.
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