Tesla-Aktie: Robotaxi als unterschätzter Wachstumstreiber?

Morgan Stanley sieht im Robotaxi-Geschäft von Tesla einen selbstverstärkenden Effekt, der das gesamte Ökosystem des Unternehmens beflügeln könnte.

Auf einen Blick:
  • Analysten erwarten selbstverstärkenden Effekt im Ökosystem
  • Kosten pro Meile deutlich unter Konkurrenz
  • Vertikale Integration als Schlüssel zum Kostenvorteil
  • Strategisch langsamer Start in Austin geplant

Morgan Stanley zeigt sich optimistisch für das Robotaxi-Geschäft von Tesla und sieht darin einen unterschätzten Katalysator für die Aktie. Analyst Andrew Percoco erwartet einen selbstverstärkenden Effekt, der sich durch das gesamte Ökosystem des Unternehmens ziehen könnte.

Die Argumentation der Analysten basiert auf einem Kreislauf: Jede zusätzliche Meile, die ein unbeaufsichtigter Robotaxi zurücklegt, verbessert das zugrunde liegende Autonomie-Modell. Dies beschleunigt wiederum die Entwicklung des persönlichen Full Self-Driving-Systems. Höhere FSD-Anbindungsraten könnten dann die Nachfrage nach Tesla-Fahrzeugen und die Margen stärken.

Vertikale Integration als entscheidender Kostenvorteil

Besonders interessant erscheint die Kostenstruktur, die Morgan Stanley für Tesla errechnet hat. Basierend auf dem Model Y schätzt Percoco die Gesamtkosten auf etwa 0,81 Dollar pro Meile. Das liegt deutlich unter den 1,71 Dollar für klassische Fahrdienste und den 1,43 Dollar für Waymo. Der Vorteil ergibt sich aus der vertikalen Integration über Fahrzeugproduktion, Flottenmanagement, Service, Aufbereitung, Laden und Versicherung.

Mit der Skalierung der Cybercab-Produktion dürften die Kosten weiter sinken. Für 2035 kalkuliert Morgan Stanley mit nur noch 0,37 Dollar pro Meile. Diese Prognose setzt allerdings voraus, dass Tesla die Produktion wie geplant hochfahren kann.

Tesla Aktie Chart

Bewusst langsamer Start in Austin geplant

Der zunächst zögerliche Rollout in Austin ist nach Einschätzung der Analysten kein Zeichen von Problemen, sondern strategisch gewollt. Tesla nutzt die Zeit offenbar, um die Einführungsstrategie zu verfeinern. Dies soll helfen, den Skalierungsprozess in den sieben weiteren Städten zu beschleunigen, die in der ersten Jahreshälfte folgen sollen.

In einem Umfeld steigender Investitionsausgaben und kurzfristiger Liquiditätsbelastung sieht Percoco in den Fortschritten beim autonomen Fahren einen wichtigen Hebel. Die Frage bleibt, wie schnell Tesla die regulatorischen Hürden in verschiedenen Märkten überwinden kann. Zudem lässt sich erst mit wachsender Flottengröße beurteilen, wie belastbar die Kostenvorteile in der Praxis tatsächlich sind.

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