Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat eine Untersuchung gegen Tesla eingeleitet, um die ordnungsgemäße Selbstzertifizierung von bis zu 1.000 Cybercabs zu prüfen.
Dieser Schritt erfolgte unmittelbar nach dem Start erster kostenpflichtiger Fahrten mit den autonomen Fahrzeugen in begrenzten Gebieten von Austin, Texas, am vergangenen Freitag. Das Vorhaben, das ein zentraler Bestandteil der künftigen Robotaxi-Strategie ist, gerät damit frühzeitig unter behördliche Aufsicht.
Laut CNBC reagierten Investoren enttäuscht auf die Präsentation am Freitag, woraufhin der Aktienkurs deutlich nachgab. Am heutigen Dienstag zeigt sich das Papier jedoch erholt und steigt um 2,5 Prozent auf 315,25 Euro. Trotz dieser kurzfristigen Gegenbewegung weist der Titel seit Jahresanfang ein Minus von 20 Prozent auf.
Regulatorischer Druck in den USA
Die NHTSA evaluiert derzeit den Rollout der Cybercabs, während Tesla bereits mit dem kommerziellen Betrieb der Flotte begonnen hat. Im Kern der Prüfung steht die Frage, ob die Sicherheitsstandards für diese Fahrzeuge, die ohne herkömmliche Bedienelemente auskommen könnten, korrekt zertifiziert wurden. Reuters berichtete am Freitag über die Einleitung der Untersuchung, die zeitgleich mit dem offiziellen Start in Texas publik wurde.
Diese Entwicklung belastet das Vertrauen in die schnelle Umsetzung der autonomen Fahrpläne des Konzerns. Während das Unternehmen auf die Marktreife seiner Technologie setzt, mahnen Behörden zur Einhaltung strenger Sicherheitsvorschriften. Bereits in der vergangenen Woche gab es erste Hinweise darauf, dass die US-Behörden die Pläne zur Einführung der Cybercab-Dienste genau beobachten würden.
Uneinheitliche Entwicklung der globalen Nachfrage
Neben der regulatorischen Prüfung stehen die jüngsten Absatzzahlen im Fokus. In China konnte der Elektroautobauer im August einen Zuwachs verzeichnen. Laut Reuters stiegen die Verkäufe der dort produzierten Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent auf 86.166 Einheiten. Dennoch verlangsamte sich das Momentum gegenüber dem Vormonat spürbar, was auf einen zunehmenden Wettbewerbsdruck im wichtigsten Automobilmarkt der Welt hindeutet.
In Europa zeigt sich ein sehr ungleichmäßiges Bild bei den Neuzulassungen. Während einzelne Märkte Zuwächse erzielten, meldete Portugal einen deutlichen Rückgang im August. Nach Daten des Automobilverbands ACAP fielen die dortigen Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 36,5 Prozent auf 148 Fahrzeuge. Über den gesamten Zeitraum von Januar bis August steht für den portugiesischen Markt hingegen noch ein Plus von 41,4 Prozent zu Buche.
Sicherheitsdaten und internationale Tests
Tesla versucht unterdessen, die Akzeptanz seines Fahrerassistenzsystems FSD (Supervised Self-Driving) durch neue Daten zu untermauern. Das Unternehmen gab am vergangenen Dienstag bekannt, dass das System auf einer Strecke von über 100 Millionen Kilometern in fünf europäischen Ländern 4,1-mal seltener in Kollisionen verwickelt war als manuell gesteuerte Fahrzeuge.
Diese Statistik wurde zwischen April und August erhoben und soll die Diskussionen über eine breitere Zulassung in der Europäischen Union unterstützen.
Parallel dazu haben in Frankreich am vergangenen Donnerstag Tests an zwei Fahrzeugen begonnen, um die Leistungsfähigkeit des Systems unter lokalen Bedingungen zu bewerten. Diese Ergebnisse könnten maßgeblich für die künftige EU-weite Bereitstellung der Software sein.
In Australien sieht sich der Konzern zudem juristischem Druck ausgesetzt. Ein Richter stellte in Aussicht, einem unabhängigen Experten Zugriff auf interne Engineering-Plattformen zu gewähren, was den Fortgang einer laufenden Sammelklage gegen das Unternehmen beeinflussen könnte.
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