Tesla Aktie: NHTSA leitet Prüfung von 1.000 Cybercabs ein

Symbolbild, KI-generiert

Nach der Cybercab-Präsentation fällt die Tesla-Aktie um 6,3 Prozent, während die NHTSA Zertifizierung und Sicherheitsstandards untersucht.

Auf einen Blick:
  • NHTSA prüft rund 1.000 Cybercabs
  • Tesla-Aktie verliert 6,3 Prozent
  • Analysten bemängeln fehlende Präsentationsdetails
  • Europäische Tesla-Zulassungen stabilisieren sich

Nach der feierlichen Präsentation des neuen „Cybercab“ in Austin sieht sich Tesla heute mit einer deutlichen Kurskorrektur und regulatorischem Gegenwind konfrontiert.

Während die gestrige Vorstellung des fahrerlosen Robotaxis zunächst für Aufmerksamkeit sorgte, rückt am heutigen Freitag die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA in den Mittelpunkt. Die Behörde leitete eine formelle Prüfung von rund 1.000 Cybercab-Einheiten ein, da das Fahrzeug vollständig auf ein Lenkrad und Pedale verzichtet.

Regulatorische Hürden für das Robotaxi-Konzept

Die NHTSA untersucht den Prozess der Selbstzertifizierung, mit dem Tesla die Konformität des Cybercab mit den geltenden Sicherheitsstandards (FMVSS) behauptet.

Im Gegensatz zu Wettbewerbern wie der Amazon-Tochter Zoox, die für ähnliche Konzepte eine offizielle Ausnahmegenehmigung erhielten, setzt Tesla auf die Strategie, bestimmte Standards für nicht anwendbar zu erklären. Die Behörde prüft nun die technischen Daten und den Zertifizierungsprozess, was Investoren am Markt verunsichert.

Die Marktreaktion auf die gestrigen Ankündigungen fällt am heutigen Freitag negativ aus. Der aktuelle Kurs der Tesla-Aktie liegt bei 303,45 €, was einem Rückgang von 6,3 % gegenüber dem Vortag entspricht. Damit setzt sich der schwierige Jahrestrend für den Elektroautobauer fort; seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von 23 %. Beobachter werten die heutige Kursbewegung als Reaktion auf die Unklarheiten bezüglich der massenhaften Zulassungsfähigkeit des neuen Modells.

Analysten kritisieren mangelnde Details

Neben den regulatorischen Sorgen äußerten sich Analysten enttäuscht über die Tiefe der Präsentation. Gary Black bezeichnete das Event als weitgehenden Fehlschlag, da kritische Fragen zur konkreten Einsatzplanung und zur Skalierung unbeantwortet blieben.

Zwar kündigte Elon Musk an, dass die Betriebskosten des zweisitzigen Fahrzeugs bei etwa 20 Cent pro Meile liegen sollen und die Produktionskosten unter 30.000 US-Dollar fallen könnten, doch im Vergleich zur Konkurrenz hinkt die sichtbare Flotte noch hinterher.

Während Tesla aktuell rund 45 Cybercabs in Texas registriert hat, verfügt der Konkurrent Waymo bereits über eine aktive Flotte von etwa 4.000 Fahrzeugen in 14 Städten.

Die Analysten von Morgan Stanley bleiben bei ihrer Einstufung auf „Equal-weight“ mit einem Kursziel von 400 US-Dollar. Sie betonten, dass die Skalierung der Flotte der entscheidende Faktor für die künftige Aktienbewertung sein werde. StoneX hingegen bestätigte ein „Buy“-Rating mit einem deutlich höheren Kursziel von 475 US-Dollar, trotz der aktuellen Skepsis bezüglich des Fehlens konventioneller Steuerungselemente.

Absatzlage in Europa als Lichtblick

Abseits der Robotaxi-Visionen zeigen aktuelle Zulassungsdaten für den Monat August eine Stabilisierung des Kerngeschäfts in Europa. In Deutschland konnten die Neuzulassungen von Tesla-Fahrzeugen im Vergleich zum Vormonat Juli auf 3.034 Einheiten mehr als verdoppelt werden. In Großbritannien war das Tesla Model 3 im August mit 1.296 Zulassungen das meistverkaufte reine Elektroauto in einem insgesamt wachsenden Markt.

Diese operativen Fortschritte im klassischen Fahrzeugverkauf werden derzeit jedoch von der Debatte um die autonome Zukunft überlagert. Das Cybercab, das auf der neuesten Software-Generation FSD V15 basieren soll, muss erst noch beweisen, dass es die von Tesla angeführten 380.000 unüberwachten Meilen in Austin ohne nennenswerte Vorfälle auch unter breiter behördlicher Aufsicht reproduzieren kann. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Tesla die NHTSA von der Sicherheit seines kamerabasierten Ansatzes ohne Lidar-Sensoren überzeugen kann.

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