Ein Geschworenengericht in San Francisco hat Elon Musk für schuldig befunden, Twitter-Aktionäre im Jahr 2022 getäuscht zu haben. Der reichste Mann der Welt wollte offenbar den Kaufpreis für die Social-Media-Plattform drücken. Die Schadensersatzforderung beläuft sich auf rund 2,1 Milliarden Dollar.
Die Jury kam nach fast vier Tagen Beratung zu dem Schluss, dass Musk Investoren mit zwei Tweets in die Irre führte. Besonders brisant war sein Tweet vom 13. Mai 2022, in dem er behauptete, der Deal sei „vorübergehend ausgesetzt“. Gleichzeitig stellte er die Angaben von Twitter zu gefälschten Accounts infrage und behauptete, der Anteil liege nicht bei 5 Prozent, sondern möglicherweise bei 20 Prozent oder mehr.
Der dreiwöchige Prozess brachte interessante Details ans Licht. Frühere Twitter-Manager wie CEO Parag Agrawal und CFO Ned Segal sagten aus. Musk selbst stand mehr als einen Tag lang im Zeugenstand und behauptete stur, Twitter habe über die Anzahl der Bots gelogen.
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Die Jury sieht es anders als Musk
Die Geschworenen kamen jedoch zu einem klaren Urteil. Während Musks Tweets die Aktionäre irreführten, sprachen sie ihn vom Vorwurf eines vorsätzlichen Betrugsschemas frei. Auch eine Aussage in einem Podcast wurde als Meinungsäußerung gewertet. Die Schadensersatzhöhe von 3 bis 8 Dollar pro Aktie und Tag summiert sich dennoch auf etwa 2,1 Milliarden Dollar.
„Das ist ein wichtiger Sieg, nicht nur für Twitter-Investoren, sondern für die öffentlichen Märkte“, sagte Joseph Cotchett, Anwalt der Kläger. Die Botschaft sei klar. Auch reiche und mächtige Menschen müssen sich an Gesetze halten. Niemand steht über dem Gesetz.
Für Musk ist das Urteil ein weiterer juristischer Rückschlag. Seine Anwälte beantragten mehrfach ein Fehlurteil, weil Musk in San Francisco angeblich kein fairer Prozess möglich sei. Das Gericht folgte dem nicht. Mit einem geschätzten Vermögen von 814 Milliarden Dollar dürfte Musk die Strafe verkraften können. Die Frage ist eher, ob dieses Urteil sein Verhalten in Zukunft ändern wird.
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