Tesla Aktie: Musk dementiert China-Pläne

Tesla-Chef Elon Musk dementiert Berichte über einen Verkauf des China-Geschäfts. Die Aktie legt trotzdem zu, während die Produktion in Grünheide ausgebaut wird.

Auf einen Blick:
  • Musk nennt Bericht Fake News
  • Aktie erholt sich nach Kursrutsch
  • Grünheide plant Produktionsausweitung
  • Fusionsspekulationen mit SpaceX bleiben

Ein Bericht des „Wall Street Journal“ sorgt bei Tesla für Wirbel: Das Unternehmen bereite angeblich eine Abspaltung oder einen Verkauf seines China-Geschäfts vor — als Vorbereitung für eine mögliche Fusion mit Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX. Musk selbst nennt das „Fake News“. Die Aktie reagierte trotzdem mit Kursgewinnen, nachdem sie zuvor sechs Handelstage in Folge gefallen war.

Was der Bericht behauptet

Laut dem „Wall Street Journal“ seien Tesla-Manager angewiesen worden, sich auf eine Trennung vom China-Geschäft vorzubereiten. Berater hätten Optionen wie Abspaltung, Verkauf oder Schließung diskutiert. Der Hintergrund: Aus dem Werk in Shanghai kommt aktuell mehr als die Hälfte der weltweiten Tesla-Produktion, doch eine Fusion mit SpaceX wäre mit aktivem China-Geschäft kaum durchsetzbar. SpaceX ist für die US-Raumfahrt und das Militär unverzichtbar — ein chinesisches Standbein würde regulatorische Konflikte heraufbeschwören.

Musk widersprach dem Bericht postwendend auf seiner Plattform X. Ganz aus der Welt geräumt hat er die Fusionsspekulation damit aber nicht. Bei der Tesla-Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen in der vergangenen Woche sprach er auf Nachfrage von „Überschneidungen“ zwischen den Unternehmen, wollte sich aber nicht festlegen — ein „angemessenes Verfahren“ sei nötig, bevor über eine Zusammenlegung gesprochen werden könne. Sein Chefjustiziar Brandon Ehrhart verwies stattdessen auf gemeinsame Projekte wie die geplante Chipfabrik Terafab.

Kurs erholt sich von Verkaufsdruck

Die Nachricht traf die Aktie in einer empfindlichen Phase. Vor dem Bericht war der Kurs sechs Sitzungen in Folge gefallen, rund 21 Prozent Wertverlust in dieser Zeit, nahe am 52-Wochen-Tief von 297,38 Dollar. Diese überverkaufte Lage begünstigte offenbar die kräftige Gegenbewegung: Vorbörslich am Freitag legte die Aktie um 2,33 Prozent auf 316,06 Dollar zu.

Parallel dazu bleibt SpaceX selbst unter Druck. Der Börsengang im Juni brachte einen Rekorderlös von rund 75 Milliarden Dollar, seither notiert die Aktie aber deutlich unter dem Ausgabepreis. Bei SpaceX hält Musk dank höherer Stimmrechte bereits die volle Kontrolle — eine Machtposition, die er sich bei Tesla seit Jahren wünscht.

Grünheide fährt hoch

Während die Fusionsgerüchte die Schlagzeilen prägen, läuft im Werk Grünheide der operative Alltag weiter. Die ersten 1.000 neuen Mitarbeiter für den Sprung von 5.000 auf 6.200 Fahrzeuge pro Woche sind bereits eingestellt. Ab September beginnt die Rekrutierung für die nächste Stufe: Von Oktober an soll die Produktion auf 7.500 Fahrzeuge pro Woche steigen.

Inklusive der geplanten Batteriezellfertigung mit 1.500 zusätzlichen Stellen sollen insgesamt 3.500 neue Arbeitsplätze entstehen, finanziert über eine Investition von rund 220 Millionen Euro. Der Ausbau signalisiert Zuversicht: Bei den deutschen Neuzulassungen legte Tesla im ersten Halbjahr 2026 um 224,6 Prozent zu — nach dem Absatzeinbruch des Vorjahres eine deutliche Erholung, wenn auch hinter dem chinesischen Rivalen BYD mit einem Plus von 315,2 Prozent.

Ob aus den China-Spekulationen mehr wird, bleibt nach Musks Dementi offen. Fest steht: Die Produktionsausweitung in Grünheide läuft unabhängig davon planmäßig weiter, mit dem nächsten Kapazitätssprung ab Oktober.

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