Tesla will ein kleineres, günstigeres Elektroauto entwickeln. Reuters berichtete exklusiv darüber, und seitdem diskutieren Investoren, was das für das Unternehmen bedeutet. Die Antwort ist komplizierter als man denken sollte.
Scott Acheychek, COO des ETF-Anbieters REX Financial, bringt es auf den Punkt: „Das Problem ist die Nachfrage, nicht das Angebot.“ Ein günstigeres Modell könnte Auslieferungen und Fabrikauslastung hochziehen. „Solange Tesla bei steigenden Absatzzahlen Margen von etwa 15 % beibehält, geht die Rechnung beim operativen Leverage auf – das Risiko bleibt allerdings, dass die Margen verwässert werden.“ Schön gesagt. Nur hat Tesla diesen Spagat zuletzt nicht hinbekommen.
50.000 Autos zu viel
Die Zahlen sind eindeutig. Im letzten Quartal produzierte Tesla mehr als 50.000 Fahrzeuge, die kein Käufer wollte. Die größte Produktions-Auslieferungs-Lücke seit mindestens vier Jahren. Gleichzeitig entfiel der 7.500-Dollar-Bundessteuervorteil für Elektroautos unter der Trump-Regierung. Das trifft die Nachfrage direkt.
Und dann ist da noch China. BYD und andere Anbieter drücken mit billigeren Modellen nicht nur im Heimatmarkt, sondern auch in Europa. Shawn Campbell, Berater bei Camelthorn Investments und Tesla-Investor, sagt es geradeheraus: Ein günstigeres Modell sei nötig, um in China und Europa überhaupt wettbewerbsfähig zu bleiben.
Tesla Aktie Chart
Das Günstig-Experiment hat schon begonnen
Tesla hat Ende letzten Jahres bereits „Standard“-Versionen von Model 3 und Model Y eingeführt, bis zu 5.000 Dollar unter den Premium-Varianten. Teilweise als Reaktion auf den Wegfall der Steuervergünstigung. Analysten sagen, diese Varianten stützen die Nachfrage, belasten aber die Margen. Beides stimmt wohl.
Dabei hatte Tesla 2024 die Pläne für ein Billigmodell noch begraben und sich stattdessen auf autonomes Fahren, Robotaxis und Robotik konzentriert. Der Gedanke dahinter war klar: höhere Margen durch Software statt durch Volumen. Nur läuft das Kerngeschäft mit Autos nun schon zwei Jahre in Folge rückwärts, und manche Analysten rechnen mit einem dritten. Das Geld für die kapitalintensiven Zukunftswetten kommt aber genau aus diesem Kerngeschäft.
Volumen gegen Marge
Mamta Valechha, Analystin beim britischen Vermögensverwalter Quilter Cheviot, fasst das Dilemma zusammen: „Ein neues Modell könnte zwar das Volumen und die Werksauslastung ankurbeln, würde aber wahrscheinlich die Margen drücken, weil für Tesla der Marktanteil im Vordergrund steht.“ Tesla sitzt also in der Klemme. Ohne günstigeres Modell verliert das Unternehmen Marktanteile. Mit günstigerem Modell verliert es Marge.
Am 22. April legt Tesla die Zahlen für das erste Quartal vor. Dann wird klarer, wie tief der Graben schon ist.
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