Tesla-Aktie: Das große Dilemma!

Tesla erwartet moderates Auslieferungswachstum, doch massive Investitionen in Zukunftstechnologien belasten die Finanzen und könnten den Free Cashflow negativ drehen lassen.

Auf einen Blick:
  • Erste-Quartal-Lieferzahlen könnten erwartetes Wachstum von 8% auf 365.645 Fahrzeuge zeigen
  • Autogeschäft erwirtschaftete 2025 über 69,5 Mrd. Dollar - mehr als doppelt so viel wie alle anderen Sparten
  • SpaceX-IPO könnte bis Ende Q2 kommen, mögliche Fusion mit Tesla wird für 2027 erwartet
  • Investitionsausgaben von mindestens 20 Mrd. Dollar geplant, Free Cashflow könnte erstmals seit 2018 negativ werden

Die Frage klingt provokant, ist aber berechtigt. Spielen die Auslieferungszahlen von Tesla überhaupt noch eine Rolle? UBS-Analyst Joseph Spak stellt diese Frage vor dem anstehenden Bericht für das erste Quartal. Seine Antwort fällt ernüchternd aus. Für die Aktienperformance wahrscheinlich nicht mehr so wie früher. Doch wer genauer hinschaut, erkennt das eigentliche Problem.

Während Anleger sich an Visionen von Robotaxis und humanoiden Robotern berauschen, klafft eine gewaltige Lücke zwischen dem, was die Bewertung stützt, und dem, was tatsächlich Geld einbringt. Tesla erwartet für das erste Quartal 2026 Auslieferungen von 365.645 Fahrzeugen. Das wäre ein Wachstum von gut 8% im Jahresvergleich. Klingt solide, ist aber vor dem Hintergrund zu sehen, dass das erste Quartal 2025 das schwächste seit Q2 2022 war.

Das Autogeschäft brachte vergangenes Jahr 69,5 Mrd. Dollar ein. Das ist mehr als doppelt so viel wie der Rest des Unternehmens zusammen, obwohl die Verkäufe um 10% einbrachen. Energie und Service wuchsen zwar, spielen aber noch eine untergeordnete Rolle.

Tesla Aktie Chart

Die teure Zukunft braucht das schwächelnde Heute

Hier wird es brisant. Tesla plant Investitionen von mindestens 20 Mrd. Dollar in diesem Jahr. Das schließt noch nicht einmal die Kosten für das Terafab-Projekt ein, das zusammen mit SpaceX entwickelt wird und Billionen verschlingen könnte. Analysten warnen bereits, dass der Free Cashflow 2026 erstmals seit 2018 negativ werden könnte. Ende 2025 hatte Tesla noch 44 Mrd. Dollar Cash auf der Hand.

Die Diskontinuierung von Model X und Model S nach Juni zeigt Musks strategischen Schwenk hin zu futuristischen Projekten. Doch dieser Schwenk belastet das Fahrzeuggeschäft zusätzlich. Die Aktie hat in den vergangenen drei Monaten 23% verloren und gab am Freitag weitere 2,76% ab.

Das SpaceX-IPO könnte bis Ende des zweiten Quartals kommen und Tesla-Aktionären bevorzugten Zugang gewähren. Wedbush-Analyst Dan Ives erwartet sogar eine Fusion beider Unternehmen für 2027. Andere Analysten sind skeptischer. Gary Black vom Future Fund warnt, eine Übernahme von SpaceX durch Tesla könnte den Wert um bis zu 25% vernichten. Die Auslieferungszahlen mögen für die Stimmung unwichtig geworden sein. Für die Finanzierung von Musks Träumen bleiben sie unverzichtbar.

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