Die Konkurrenz für Tesla wird schärfer – und sie kommt ausgerechnet aus dem Silicon Valley. OpenAI gründet eine eigene Roboter-Sparte. Nvidia vertieft die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller Unitree. Für Elon Musks Firma geht es nicht mehr nur um Autos. Es geht um die Zukunft der autonomen Systeme.
Die Aktie reagiert nervös. Am Montag fällt sie um 3,22 Prozent auf 361,65 Euro. Der RSI liegt bei 22 – ein klares Zeichen für überverkaufte Verhältnisse. Seit Jahresbeginn verliert das Papier gut drei Prozent.
Neue Konkurrenz von OpenAI und Nvidia
OpenAI bestätigte die Pläne für eine eigene Robotik-Abteilung. Entwickelt werden sollen persönliche Roboter für den Haushalt. Das Projekt leitet Aditya Ramesh, einer der Entwickler des Bildgenerators DALL-E. OpenAI setzt auf Simulationstechnik, um im Wettbewerb mitzuhalten.
Parallel dazu baut Nvidia seine Position weiter aus. Der Chipkonzern arbeitet mit Unitree an einem neuen Forschungssystem. Es kombiniert Nvidias „Jetson Thor“-Hardware mit Unitrees H2-Roboter. Noch in diesem Jahr soll es an Forschungseinrichtungen ausgeliefert werden. Hinzu kommt ein 32-Milliarden-Parameter-Modell für autonome Robotaxis der Stufe 4 – entwickelt, um die Entscheidungsfähigkeit automatisierter Fahrzeuge zu verbessern.
Lieferkette: Graphit-Streit beigelegt
Trotz des zunehmenden Wettbewerbs gibt es auch positive Signale. Tesla hat einen monatelangen Lieferantenstreit beigelegt. Das Unternehmen zog die Kündigung einer Graphit-Vereinbarung mit Syrah Resources zurück. Der Vertrag aus dem Jahr 2021 sichert jährlich 8.000 Tonnen Aktiv-Anodenmaterial aus Syrahs Vidalia-Werk in Louisiana. Tesla hatte zuvor Liefer- und Qualitätsmängel beanstandet. Interne Prüfungen bestätigten jedoch, dass die jüngsten Proben die Anforderungen erfüllten. Syrah-Aktien reagierten darauf mit heftigen Schwankungen.
Europa: Spanien-Wachstum, Estland genehmigt FSD
In Spanien legten die Neuzulassungen von Tesla im Mai 2026 um über 112 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu – auf 1.690 Fahrzeuge. Estland wurde zudem das dritte EU-Land, das Teslas „FSD (Supervised)“-Software genehmigte. Die Niederlande und Litauen hatten bereits grünes Licht gegeben. Die Niederlande streben eine EU-weite Zulassung an.
Dennoch bleibt die Aufsicht streng. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA beobachtet weiterhin die Sicherheitskennzahlen automatisierter Fahrfunktionen. Ermittler untersuchen zudem einen Auffahrunfall auf einer Autobahn in New Jersey. Berichten zufolge war ein Tesla zuvor in einem Verkehrsstreifen abrupt zum Stehen gekommen.
Spekulation um SpaceX-Integration
Ein weiteres Thema am Markt: die mögliche Verbindung mit SpaceX. Der Raumfahrtkonzern bereitet einen Börsengang Mitte Juni vor. Analysten diskutieren die Folgen einer hypothetischen Fusion – eine der größten Unternehmenskombinationen der Marktgeschichte. Bisher bleibt das reine Spekulation.
Tesla muss sich in den kommenden Wochen auf mehreren Feldern behaupten: Wettbewerber drängen in die Robotik, die Sicherheitsaufsicht wird nicht lockerer – und die Spekulation um SpaceX sorgt für zusätzliche Volatilität. Der RSI von 22 signalisiert kurzfristige Übertreibungen nach unten. Ob die Erholung hält, hängt von den nächsten konkreten Nachrichten ab: den Quartalszahlen und dem weiteren Fortschritt bei FSD.
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