Tesla-Aktie: Erste Europa-Zulassung – na und?

Die niederländische Behörde RDW genehmigt Teslas FSD-Software unter strengen Auflagen. Ein EU-weiter Antrag folgt, doch die Aktie zeigt sich bisher verhalten.

Auf einen Blick:
  • Niederländische Behörde RDW genehmigt FSD Supervised als erste in Europa
  • Software übernimmt Fahraufgaben auf Autobahnen und im Stadtverkehr unter menschlicher Aufsicht
  • RDW will nun EU-weite Zulassung bei der Europäischen Kommission beantragen
  • Tesla-Aktie liegt 2025 bisher rund 23 Prozent im Minus

Es hat mehr als 18 Monate gedauert. Dann aber kam die Nachricht, auf die Tesla-Anleger in Europa gewartet hatten: Die niederländische Kraftfahrzeugbehörde RDW hat Teslas Full Self-Driving Supervised Software genehmigt. Erste europäische Zulassung, erster echter Schritt raus aus dem Nischendasein auf dem alten Kontinent.

Was die RDW eigentlich genehmigt hat

Das System übernimmt unter menschlicher Aufsicht die meisten Fahraufgaben auf Autobahnen und im Stadtverkehr, also Lenken, Bremsen, Beschleunigen. Die RDW betonte dabei ausdrücklich, dass die europäische Version der Software nicht mit der amerikanischen vergleichbar sei. Strengere Sicherheitsanforderungen, andere Zulassungsbedingungen. In den USA läuft FSD bereits als Abomodell, allerdings mit einem Beigeschmack: Verbraucherklagen und Bundesuntersuchungen nach Unfällen und Berichten über Verkehrsverstöße gehören dort inzwischen zum Alltag rund um das System.

In den Niederlanden sind rund 100.000 Model 3 und Model Y unterwegs, die für die Software prinzipiell in Frage kämen. Das ist kein riesiger Markt, aber ein Anfang.

Der Weg nach Brüssel ist weit

Die RDW will nun bei der Europäischen Kommission eine EU-weite Zulassung beantragen. Alle Mitgliedsstaaten stimmen dann ab, eine Mehrheit im zuständigen Ausschuss wäre nötig. Tesla selbst hatte im März noch von einer möglichen EU-weiten Genehmigung im Sommer gesprochen. Ob das realistisch ist, darf bezweifelt werden. Europäische Behörden sind nicht dafür bekannt, solche Prozesse zu beschleunigen.

Morningstar-Analyst Seth Goldstein zeigte sich dennoch optimistisch: Er erwartet, dass die Zulassung durch die RDW und nachfolgende europäische Behörden die Verkaufszahlen in Europa in den kommenden Monaten verbessern werde, weil Verbraucher FSD ausprobieren wollen. Teslas Verkäufe in Europa waren im Februar erstmals seit mehr als einem Jahr wieder gestiegen, nach einer langen Durststrecke wegen des alternden Modellportfolios und der politischen Eskapaden von CEO Elon Musk.

Tesla Aktie Chart

Die Aktie? Reagiert verhalten

Im nachbörslichen Handel legte die Tesla-Aktie nach der Meldung rund 0,7 Prozent zu. Kein Feuerwerk. Im laufenden Jahr liegt die Aktie gut 23 Prozent im Minus und damit deutlich schlechter als der breite US-Markt. FSD ist für Tesla zentral, daran hängt ein erheblicher Teil der Bewertung von rund einer Billion Dollar. Elon Musk hat das Wachstum des Unternehmens fest an autonomes Fahren und Robotaxis geknüpft. Die Niederlande sind nun der erste Beweis, dass das in Europa funktionieren kann. Ob es reicht, die Aktie zu drehen, ist eine andere Frage.

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