Tesla beginnt am Wochenende mit dem Bau einer eigenen Halbleiterfabrik, wie CEO Elon Musk ankündigte. Das Unternehmen will sich damit von den Engpässen bei großen Foundries wie Taiwan Semiconductor, Samsung Electronics und Micron Technology unabhängig machen. Die Aktie notiert aktuell bei rund 368 Dollar.
Doch das Vorhaben dürfte selbst für Musk eine außergewöhnliche Herausforderung werden. Morgan Stanley bezeichnet den Bau als möglicherweise seine bisher schwierigste Aufgabe und verweist auf die immense Komplexität moderner Halbleiterfertigung.
Investitionen von bis zu 45 Milliarden Dollar nötig
Die Analysten von Morgan Stanley rechnen mit Gesamtkosten zwischen 35 und 45 Milliarden Dollar für Bau und Ausstattung der Fabrik. Allein die benötigten Fertigungsanlagen für etwa 100.000 Wafer pro Monat würden 20 bis 25 Milliarden Dollar verschlingen. Zum Vergleich: Branchenführer Taiwan Semiconductor plant für dieses Jahr Investitionen von 54 bis 56 Milliarden Dollar.
Tesla verfügte Ende des Geschäftsjahres über 16,5 Milliarden Dollar Barmittel und weitere 27,5 Milliarden Dollar in kurzfristigen Anlagen. Die geplanten Investitionen für 2026 liegen bei rund 20 Milliarden Dollar, einschließlich der Expansion der Optimus-Roboter. Es erscheint wahrscheinlich, dass Tesla externes Kapital aufnehmen muss, um das Projekt zu stemmen.
Hinzu kommen lange Lieferzeiten für kritische Ausrüstung. ASML-Maschinen für extreme Ultraviolett-Lithografie, die für moderne Chips unverzichtbar sind, haben Vorlaufzeiten von etwa zwölf Monaten. Die Analysten erwarten erste Chips frühestens Mitte 2028, bei einem kompletten Neubau eher in vier bis fünf Jahren. Micron kündigte im September 2022 eine neue Fabrik in Idaho an, die erst Mitte nächsten Jahres mit der Auslieferung beginnen soll.
Tesla Aktie Chart
KI-Ambitionen und geopolitische Risiken als Treiber
Der Zeitpunkt für Teslas Vorstoß lässt sich durch die wachsenden KI-Ambitionen erklären. Das Unternehmen entwickelt nicht nur den Optimus-Roboter weiter, sondern baut auch sein Robotaxi-Geschäft und die autonomen Fahrfunktionen aus. Morgan Stanley schätzt, dass Tesla bei Erreichen des langfristigen Ziels von 100 Millionen Optimus-Einheiten pro Jahr mehr als 200 Millionen Chips benötigen würde.
Musk verwies zudem auf geopolitische Risiken, die seiner Ansicht nach unterschätzt werden. Eine eigene Produktion könnte Tesla vor Störungen in der Lieferkette schützen, insbesondere angesichts der Konzentration der Fertigung in Taiwan. Die Analysten von Morgan Stanley gehen davon aus, dass die Kapazitäten primär für interne Projekte genutzt werden sollen.
Morgan Stanley bewertet die Aktie mit Equal-Weight und einem Kursziel von 415 Dollar. Anleger sollten beobachten, wie Tesla die Finanzierung strukturiert und welche konkreten Zeitpläne das Unternehmen kommuniziert. Die technische Machbarkeit steht außer Frage, doch Umfang und Dauer des Projekts werfen Fragen zur Kapitalallokation auf.
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