Tesla dreht an der Preisschraube: Zwei Cybertruck-Varianten kosten in den USA ab sofort 5.000 Dollar mehr. Die Ankündigung reiht sich in eine Woche voller Nachrichten ein, in der der Elektroautobauer zwischen Rückrufwelle in China und Zukunftsprojekten wie Optimus hin- und herpendelt.
Cybertruck-Preise steigen, Nachfrage bleibt Fragezeichen
Die Dual-Motor-All-Wheel-Drive-Version des Cybertruck kostet künftig 74.990 Dollar statt bisher 69.990 Dollar. Die Premium-Variante mit Allradantrieb verteuert sich auf 84.990 Dollar. Nur das Topmodell Cyberbeast bleibt bei 99.990 Dollar unverändert. Die Aktie reagierte im nachbörslichen Handel leicht positiv, nachdem sie zuvor deutlich unter Druck geraten war.
Der Cybertruck gilt seit dem Marktstart als Verkaufsschlager mit gebremstem Erfolg — die Preiserhöhung könnte auf bessere Marge statt auf Volumenwachstum zielen.
Rückrufwelle in China belastet die Stimmung
Parallel dazu sorgt ein Rückruf in China für Gesprächsstoff. Die dortige Marktaufsicht ließ Tesla rund drei Millionen Fahrzeuge wegen möglicher Mängel an den versenkbaren Türgriffen zurückrufen — nach Medienberichten die bisher größte Rückrufaktion eines Autoherstellers im Land.
Betroffen sind sowohl lokal produzierte als auch importierte Modelle. Tesla will die Fahrzeuge mit zusätzlichen Warnhinweisen ausstatten und per Software-Update sicherstellen, dass sich Fenster nach einem Unfall öffnen lassen.
Hinzu kommt ein zweiter, separater Rückruf von etwa 2,7 Millionen Fahrzeugen wegen unzureichender Fahrerüberwachung. Ein großer Teil der betroffenen Autos dürfte in beiden Aktionen auftauchen. China bleibt für Tesla nicht nur wichtigster Auslandsmarkt, sondern auch zentraler Produktionsstandort — Rückschläge dort wiegen entsprechend schwer.
Solar-Aus und Optimus-Fantasie
Fast unbemerkt vom Rückruf-Trubel hat Tesla den Verkauf seiner Solardachziegel eingestellt, knapp ein Jahrzehnt nach der Markteinführung durch Elon Musk. Die Webseite leitet inzwischen zu klassischen Solarpanels um, die im Werk in Buffalo produziert werden. Musks Solar-Ambitionen bleiben trotzdem groß: In Texas hat Tesla Pläne für eine milliardenschwere Solarzellenfabrik eingereicht, die tausende Arbeitsplätze schaffen soll.
Für Fantasie sorgt derweil die Roboter-Sparte. Der spektakuläre Börsengang des chinesischen Konkurrenten Unitree Robotics in Shanghai hat gezeigt, wie groß das Anlegerinteresse an humanoiden Robotern inzwischen ist — ein Umstand, den Marktbeobachter auch als Rückenwind für Teslas Optimus-Projekt werten.
Tesla baut einen Teil seiner Fabrik in Fremont zu einer Optimus-Fertigung um, für die eine Jahreskapazität von einer Million Einheiten angepeilt wird.
Der Analystenkonsens bleibt gespalten: Die Kursziele reichen von 200 bis 505 Dollar, je nachdem wie stark man auf Robotik- und KI-Fantasie setzt oder auf operative Risiken wie die China-Rückrufe blickt. Wie schnell sich diese Wette auszahlt, dürfte sich am Fortschritt der Optimus-Fertigung in Fremont zeigen.
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