Schwacher Gewinn, stagnierender Umsatz, und trotzdem lächelt die Börse: Tesla hat im dritten Quartal weit weniger Geld ausgegeben als erwartet und damit einen positiven freien Cashflow erzielt. Analysten hatten mit einem Mittelabfluss in Milliardenhöhe gerechnet.
Gewinn sinkt, Cashflow dreht ins Plus
Der Nettogewinn fiel um rund 43 Prozent auf 787 Millionen Dollar. Je Aktie blieben 0,22 Dollar, nach 0,39 Dollar im Vorjahresquartal. Bereinigt sah es besser aus: Der Gewinn je Aktie lag bei 0,48 Dollar und damit über den erwarteten 0,45 Dollar.
Der freie Zahlungsmittelfluss betrug 1,53 Milliarden Dollar. Erwartet worden war ein Abfluss von rund 4,5 bis 5 Milliarden Dollar. Die Investitionsausgaben lagen mit 4,7 Milliarden Dollar deutlich unter den im Schnitt erwarteten 7,5 Milliarden Dollar.
Der Umsatz verharrte bei 28,05 Milliarden Dollar, praktisch auf Vorjahresniveau. Gegenüber den Schätzungen fiel das Ergebnis je nach Datenanbieter leicht besser oder minimal schlechter aus. Die Auslieferungen sanken um rund zwei Prozent auf 486.532 Fahrzeuge, übertrafen aber die Erwartungen. Die Automarge ohne Regulierungsgutschriften erreichte 18,1 Prozent, höher als die erwarteten 16,7 Prozent.
Sparen auf Kosten der Zukunft?
Der Cashflow stammt nicht aus gestiegenen Profiten, sondern aus geringeren Ausgaben. Genau darin liegt das Dilemma. Ein großer Teil der Bewertung hängt an Robotaxis, humanoiden Robotern und KI. Wer hier zu stark bremst, riskiert die Wachstumsgeschichte.
Die Zahlen fallen zudem in eine heikle Phase. Elon Musk bestätigte am Dienstag, dass ein Zusammenschluss mit SpaceX eine „gute Idee“ sei, beide Unternehmen haben Sonderausschüsse gebildet. Ein Marktbeobachter sieht die finanzielle Logik durch die Zahlen schwerer zu ignorieren, zumal SpaceX in einem einzelnen Quartal bis zu 40 Milliarden Dollar investieren will.
Autogeschäft bleibt der Anker
Das Fahrzeuggeschäft liefert weiter das meiste Geld. Der Autoumsatz sank im Jahresvergleich um drei Prozent, das Energiesegment um 16 Prozent. Die Sparte „Services und andere“ legte dagegen um 33 Prozent zu. Das dritte Quartal 2025 war durch vorgezogene Käufe vor dem Ende der US-Steuergutschrift von 7.500 Dollar stark aufgebläht, der Vergleich fällt entsprechend schwer.
Beim Robotaxi-Geschäft gibt es Fortschritte: Die Flotte in Austin wuchs binnen eines Monats von unter 40 auf mehr als 300 Fahrzeuge, Dallas soll folgen.
Die Aktie legte nachbörslich um 0,5 bis 1,9 Prozent zu und notierte zuletzt bei etwa 394 Dollar. Seit Jahresbeginn steht noch ein Minus von rund 14 Prozent zu Buche. Mit einem Börsenwert von etwa 1,4 Billionen Dollar bleibt Tesla der mit Abstand wertvollste Autobauer der Welt. Der nächste Impuls dürfte aus den Beratungen der Sonderausschüsse zur SpaceX-Fusion kommen.
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