Tesla Aktie: Analysten weit auseinander

Tesla liefert im zweiten Quartal 2026 so viele Fahrzeuge wie nie aus, die Aktie fällt dennoch. Analysten zeigen sich uneins über die zukünftige Bewertung.

Auf einen Blick:
  • Rekord bei Q2-Auslieferungen
  • Aktie fällt trotz starker Zahlen
  • Europa und China treiben Wachstum
  • Analystenziele stark gestreut

Tesla meldet für das zweite Quartal 2026 so viele Auslieferungen wie nie zuvor in einem Q2. Die Aktie reagiert trotzdem mit einem deutlichen Rücksetzer. Der Grund liegt weniger in den Zahlen selbst als in dem, was die Börse bereits vorweggenommen hatte.

Der Elektroautobauer lieferte 480.126 Fahrzeuge aus, ein Plus von rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten im Schnitt mit knapp 400.000 Einheiten gerechnet — die Diskrepanz fällt damit ungewöhnlich deutlich aus. Produziert wurden im gleichen Zeitraum 451.758 Fahrzeuge, Tesla baute also parallel seinen Lagerbestand ab.

An der Börse kam die Nachricht zunächst gut an: Vorbörslich legte die Aktie noch zu. Im Verlauf des Handelstages drehte die Stimmung jedoch, der Kurs fiel um rund 7 Prozent und rutschte unter die psychologisch wichtige Marke von 400 Dollar. Ein Teil der Erklärung: Der Titel war bereits in der Woche zuvor um rund 12 Prozent gestiegen. Viel vom Optimismus war damit schon im Kurs enthalten, bevor die eigentlichen Zahlen überhaupt vorlagen.

Europa und China stützen, die USA bremsen

Den Ausschlag für das starke Quartal gab vor allem Europa. Steigende Kraftstoffpreise, staatliche Kaufanreize und eine schnellere Elektrifizierung von Firmenflotten befeuerten die Nachfrage — hinzu kommt eine nachlassende Kaufzurückhaltung gegenüber Tesla im Zusammenhang mit den politischen Aktivitäten von CEO Elon Musk. In Ländern wie Dänemark, Schweden, Spanien und Frankreich zogen die Neuzulassungen spürbar an.

Auch China trägt bei: Die Shanghai-Fabrik steigerte ihren Ausstoß im Juni um 24,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der achte Monat in Folge mit Wachstum. In den USA dagegen bleibt das Bild trüb. Nach dem Wegfall der Steuergutschriften für E-Autos dürfte der Absatz im Heimatmarkt um mindestens 10 Prozent gesunken sein, schätzt ein Analyst von Freedom Broker.

Kursziele zwischen 123 und 600 Dollar

Freedom Broker hob sein Kursziel nach den Auslieferungszahlen von 400 auf 420 Dollar an, beließ die Einstufung aber bei „Hold“. RBC bestätigte unterdessen „Outperform“ mit einem Kursziel von 475 Dollar und verwies auf das Wachstum im Energiespeichergeschäft sowie strukturellen Rückenwind durch den steigenden Strombedarf im KI-Zeitalter.

Insgesamt bleibt das Analystenbild gespalten: Die Kursziele reichen von 123 bis 600 Dollar — eine Streuung, die kaum größer ausfallen könnte und die unterschiedlichen Einschätzungen zu Teslas Zukunft jenseits des Autogeschäfts widerspiegelt. Bei einer Marktbewertung von rund 1,6 Billionen Dollar und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 359 bleibt der Titel ambitioniert bepreist.

Ein Grund für die hohe Bewertung liegt in den Ausgabenplänen des Konzerns: Für 2026 sind Investitionen von mehr als 25 Milliarden Dollar vorgesehen, fast das Dreifache der 8,5 Milliarden Dollar aus dem Vorjahr. Das Geld fließt in KI-Infrastruktur, Batterieproduktion, die Cybercab-Fertigung und die Optimus-Roboter. Im Juni startete zudem der kommerzielle Robotaxi-Betrieb in Austin, den Musk in den kommenden Monaten deutlich ausweiten will.

Die nächsten Quartalszahlen legt Tesla am 22. Juli nach US-Börsenschluss vor. Dann zeigt sich, ob das starke Auslieferungsquartal auch bei Marge und Cashflow ankommt — genau dort setzen die skeptischeren Stimmen unter den Analysten bislang ihre Fragezeichen.

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