Tesla Aktie: Die Abkürzung zur Billionen-Prämie!

Eine Klausel in Musks Vergütungspaket erleichtert bei einer SpaceX-Übernahme die Zielerreichung erheblich und könnte ihm Milliarden an Aktien sichern.

Auf einen Blick:
  • Klausel erleichtert Zielerreichung bei Fusion
  • Musk kontrolliert beide Unternehmen
  • Übernahme könnte Milliarden an Aktien auslösen
  • Aktionäre drohen mit Klagen

Ein einziger Satz, versteckt auf Seite fünf eines 16-seitigen Vertrags, könnte für Elon Musk zum Türöffner werden. Tief im billionenschweren Vergütungspaket, das die Tesla-Aktionäre im vergangenen Herbst abgesegnet haben, steckt eine Klausel, die dem Konzernchef bei einer bestimmten Konstellation Milliarden näherbringt, nämlich dann, wenn Tesla in sein Raumfahrtunternehmen SpaceX eingegliedert würde.

Wie die Erfolgsziele verschwinden

Normalerweise erhält Musk seine Aktien nur, wenn Tesla eine Reihe anspruchsvoller Ziele erreicht. Dazu zählen zwölf Marktwertmarken sowie ebenso viele operative Vorgaben, etwa die Auslieferung des 20-millionsten Fahrzeugs oder eine Million Robotaxis auf der Straße. Genau hier greift die entscheidende Passage.

Käme es zu einer Übernahme, gelten die Hälfte dieser Ziele automatisch als erfüllt. Übrig blieben allein die Marktwertziele, und die würden am finalen Kaufpreis gemessen. Vereinfacht gesagt, ein hoher Preis würde in einem Augenblick Hürden beiseiteräumen, an denen Musk sonst jahrelang arbeiten müsste.

Der Mann, der beide Seiten kontrolliert

Das Brisante an dieser Konstruktion liegt in Musks Doppelrolle. Über seine Anteile an SpaceX verfügt er über rund 86 Prozent der Stimmen, die für einen Deal nötig wären, und kann zudem die Mehrheit des Aufsichtsgremiums bestimmen. Er säße also faktisch auf beiden Seiten des Verhandlungstisches. Selbst ein extrem hohes Gebot würde ihm die Kontrolle über das fusionierte Unternehmen sichern. Bei Tesla hält Musk knapp 20 Prozent der Stimmen, weshalb er die dortigen Aktionäre für einen Zusammenschluss überzeugen müsste.

Tesla Aktie Chart

Rechnen mit gigantischen Zahlen

Die Dimensionen sind schwindelerregend. Rechnerisch würde jede zusätzliche halbe Billion Dollar Kaufpreis weitere Aktien freischalten. Eine Übernahme im Wert von 8,5 Billionen Dollar, mehr als das Sechsfache des jüngsten Börsenwerts von Tesla, würde das komplette Paket von rund 424 Millionen Aktien auslösen. Zu beachten ist, dass die maximale Auszahlung wegen einer gestiegenen Aktienzahl inzwischen eher bei rund 824 Milliarden Dollar liegt als bei der oft genannten Billion.

Rechtlich hätte Musk in Texas, dem Sitz beider Firmen, weitreichenden Spielraum. Doch bei Tesla drohen unzufriedene Aktionäre mit Klagen. Ob aus der viel diskutierten Fusion je Realität wird, ist offen. Sicher ist nur, dass ein einzelner Vertragssatz die Spielregeln grundlegend verschieben könnte.

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