Tesla verzeichnete am Montag einen regulatorischen Erfolg in Europa, während das Unternehmen in den USA mit den Folgen einer enttäuschenden Präsentation und neuen behördlichen Untersuchungen kämpft. Die slowenischen Behörden haben das System „FSD (Supervised)“ für den dortigen Markt freigegeben. Damit ist Slowenien das sechste europäische Land, das grünes Licht für die Fahrassistenzsoftware gibt.
Laut Tesla Europe soll der offizielle Rollout in Kürze beginnen. Dieser Schritt markiert die erste Markterweiterung in Europa seit Anfang Juni und dient als Vorbote für eine mögliche EU-weite Entscheidung: Am 6. Oktober steht eine entsprechende Abstimmung in der Europäischen Union an.
Gegenwind durch Cybercab-Audit in den USA
In den Vereinigten Staaten trübt sich die Stimmung für das ambitionierte Robotaxi-Projekt hingegen ein. Am Freitag gab die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA bekannt, eine sogenannte Audit Query (AQ) eingeleitet zu haben. Die Untersuchung betrifft etwa 1.000 Fahrzeuge des Typs Cybercab.
Hintergrund ist die Prüfung der Zertifizierung, ob das fahrerlose Fahrzeug alle geltenden Sicherheitsstandards für Kraftfahrzeuge erfüllt. Die behördliche Maßnahme folgt unmittelbar auf den kommerziellen Einsatz der Fahrzeuge in einem begrenzten Gebiet in Austin, Texas.
Das Cybercab selbst, das bereits seit April produziert wird, weist markante Merkmale auf: Der bronzefarbene Zweisitzer verzichtet vollständig auf Lenkrad und Pedale und ist mit Schmetterlingstüren ausgestattet. Bei den Anlegern stieß die jüngste Aktualisierung zum Projekt jedoch auf Skepsis.
Medienberichten von CNBC zufolge fielen die Aktien am Freitag um 6 %, nachdem die Veranstaltung hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Das Event fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit ohne Livestream statt, zudem fehlte ein Auftritt von CEO Elon Musk.
Großauftrag für Elektro-Lastwagen
Abseits der Robotaxi-Sparte meldet Tesla Fortschritte im Bereich der Schwerlasttransporte. Der Partner Einride hat angekündigt, über einen Zeitraum von 24 Monaten insgesamt 500 Tesla Semis einzusetzen. Dies stellt den bislang größten bekannt gegebenen Auftrag für den vollelektrischen Lastwagen dar. Die Auslieferungen sollen bereits in diesem Monat beginnen. Für Ende September hat Tesla zudem den allgemeinen Rollout des Semi-Trucks bestätigt.
An der Börse notiert die Tesla-Aktie aktuell bei 317,55 € und damit etwa 3,0 % oberhalb des 50-Tage-Durchschnitts. Trotz der operativen Ausweitung in Europa und der Großbestellungen bleibt die Performance im laufenden Jahr schwach; seit Jahresbeginn hat das Papier 19 % an Wert verloren.
Die finanzielle Basis für die künftigen Projekte wie das Cybercab, den Roboter Optimus und den Ausbau der KI-Chip-Produktion ist kapitalintensiv. Laut Pflichtmitteilungen plant Tesla für das Jahr 2026 Investitionsausgaben von mehr als 25 Milliarden US-Dollar.
Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen zwar einen Umsatz von 28,24 Milliarden US-Dollar, blieb jedoch beim Ergebnis je Aktie mit 0,33 US-Dollar hinter den Erwartungen zurück.
Bereits im Juli hatten Analysten auf die Margenverluste im Automobilsektor reagiert: Rajat Gupta von JPMorgan senkte das Kursziel auf 445 US-Dollar, während Vijay Rakesh von Mizuho sein Ziel auf 450 US-Dollar anpasste. Beide Experten behielten ihre jeweilige Einstufung von „Neutral“ beziehungsweise „Outperform“ jedoch bei.
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