Tesla Aktie: 500 Semi für Einride ab September

Tesla treibt Cybercab-Start und Semi-Großauftrag voran, erhält aber in Las Vegas nur zehn Robotaxi-Lizenzen. Die Aktie fällt um 2,6 Prozent.

Auf einen Blick:
  • Cybercab-Ladepark in Austin errichtet
  • Einride bestellt 500 Tesla-Semi-Lkw
  • Nur zehn Robotaxi-Lizenzen in Las Vegas
  • Aktie fällt trotz Umsatzplus um 2,6 %

Der US-Elektroautohersteller Tesla forciert seine Transformation zum Anbieter autonomer Mobilität und schwerer Elektro-Lkw. Während das Unternehmen in Texas massive Vorbereitungen für den Rollout des Cybercab trifft und den bisher größten Einzelauftrag für den Elektro-Lkw Semi verbuchen konnte, dämpfen regulatorische Entscheidungen in Nevada die kurzfristigen Erwartungen an eine flächendeckende Robotaxi-Flotte. Im heutigen Handel notiert das Papier bei 293,05 € und verzeichnet damit ein Minus von 2,6 %.

Vorbereitungen für die autonome Flotte in Texas

In Austin, Texas, konkretisieren sich die Pläne für den Start des Cybercab. Medienberichten zufolge errichtet Tesla im Stadtteil St. Elmo eine spezialisierte Ladestation, die mit 80 kabellosen Ladepunkten ausgestattet ist.

Die Anlage umfasst zudem 48 klassische Supercharger-Pfosten. Das Cybercab, das ohne Lenkrad und Pedale konzipiert ist, wird bereits in der Gigafactory Texas produziert, wobei die jährliche Kapazität auf über 125.000 Einheiten geschätzt wird.

Erste Testfahrten für Mitarbeiter in Austin sollen bereits Ende August beginnen. Parallel dazu bereitet das Unternehmen ein Launch-Event vor, das voraussichtlich am 31. August stattfinden wird. Ein entsprechendes Gewinnspiel für die Teilnahme endet am 23. August, die Benachrichtigung der Gewinner erfolgt am 25. August.

Tesla hat seinen Robotaxi-Service zudem bereits formal auf Standorte in Dallas, Houston, Miami, Orlando und Tampa ausgeweitet, um die technologische Basis für den kommerziellen Betrieb zu verbreitern.

Historischer Großauftrag für den Tesla Semi

Abseits der autonomen Personenbeförderung erzielte Tesla im Bereich des schweren Güterverkehrs einen bedeutenden Erfolg. Das schwedische Logistikunternehmen Einride hat insgesamt 500 Einheiten des Tesla Semi bestellt, was die bisher größte Einzelorder für diesen Fahrzeugtyp darstellt. Die Auslieferungen sollen im September beginnen und über einen Zeitraum von zwei Jahren abgeschlossen werden.

Die Fahrzeuge werden in den USA für Logistikdienstleistungen im Auftrag von Amazon eingesetzt, insbesondere in den Bundesstaaten Kalifornien, Texas, New Jersey, Illinois und Georgia. Schätzungen zufolge könnte dieser Auftrag ein Umsatzpotenzial von rund 800 Millionen US-Dollar für Tesla bedeuten.

Der Semi wird in zwei Varianten mit Reichweiten von etwa 325 und 500 Meilen angeboten, wobei die Long-Range-Version eine Batteriekapazität von 822 kWh aufweist. Tesla plant zudem, im Rahmen der IAA Transportation in Hannover Mitte September weitere Details zur europäischen Markteinführung des Modells bekannt zu geben.

Dämpfer in Las Vegas und finanzielle Kennzahlen

Trotz der operativen Fortschritte in Texas stießen die Expansionspläne in Nevada auf regulatorischen Widerstand. Wie das Magazin Fortune berichtet, erhielt Tesla von der zuständigen Behörde in Las Vegas lediglich 10 Genehmigungen für den Betrieb von Robotaxis, obwohl das Unternehmen 5.000 Lizenzen beantragt hatte.

Zudem wurden strenge Auflagen erteilt: Die Fahrzeuge dürfen eine Höchstgeschwindigkeit von 45 Meilen pro Stunde nicht überschreiten, und Abholungen am Flughafen im Umkreis von 0,25 Meilen sind untersagt.

Diese Nachrichten treffen auf ein Marktumfeld, in dem die Tesla-Aktie weiterhin mit deutlichem Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 424,10 € gehandelt wird. Die jüngsten Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 verdeutlichen die aktuellen Herausforderungen.

Zwar stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 25,5 % auf 28,24 Milliarden US-Dollar, doch das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) lag mit 0,33 US-Dollar deutlich unter den Analystenerwartungen von 0,50 US-Dollar.

Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch massiv gestiegene Investitionsausgaben (Capex) in Höhe von 5,79 Milliarden US-Dollar, die vor allem in die Bereiche Künstliche Intelligenz und die Produktion des Cybercab flossen. Der Free Cashflow war mit minus 1,1 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal negativ.

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