Tesla Aktie: 480.126 Fahrzeuge im Q2 geliefert

Tesla meldet Rekord bei Auslieferungen, doch sinkende Margen und neue Rückrufe belasten die Aktie vor den Q2-Zahlen.

Auf einen Blick:
  • Neuer Auslieferungsrekord von 480.126 Fahrzeugen
  • Sorgen um Bruttomarge durch Preisnachlässe
  • NHTSA erzwingt Rückruf von 20.000 Fahrzeugen
  • Energiespeichergeschäft wächst um 53 Prozent

Juli steht Tesla an einem entscheidenden Wendepunkt. Während das Unternehmen operativ bei den Auslieferungen neue Bestmarken setzt, lasten regulatorischer Druck und Sorgen um die Profitabilität auf der Stimmung der Anleger. Im heutigen Handel notiert die Aktie bei 338,90 € und verzeichnet damit ein Minus von 1,67 %.

Rekord-Auslieferungen und die Frage der Profitabilität

Tesla hat für das zweite Quartal 2026 einen neuen Auslieferungsrekord von 480.126 Fahrzeugen gemeldet. Dies entspricht einer Steigerung von 25 % im Vergleich zum Vorjahr und übertraf die Konsensschätzungen der Analysten deutlich. Besonders das Model 3 und das Model Y trieben mit 467.762 Einheiten das Volumen. Die Produktion lag im selben Zeitraum bei 451.758 Fahrzeugen, was zu einem Abbau des Lagerbestands um 28.368 Fahrzeuge führte.

Trotz dieser Volumenstärke blickt der Markt mit Skepsis auf die kommenden Quartalszahlen. Analysten von Zacks Investment Research erwarten einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 0,47 USD bei einem Umsatz von 24,7 Milliarden USD. Andere Schätzungen, etwa von TipRanks, liegen mit einem erwarteten EPS von 0,52 USD und einem Umsatz von 25,81 Milliarden USD etwas höher. Ein zentraler Fokus der Investoren wird auf der Bruttomarge liegen. Es besteht das Risiko, dass aggressive Preisnachlässe und Anreize zur Absatzförderung die Rentabilität im Automobilsektor belastet haben.

Regulatorischer Gegenwind und Sicherheitsuntersuchungen

Parallel zur Vorbereitung auf die Quartalszahlen sieht sich Tesla mit neuen regulatorischen Hürden konfrontiert. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA lehnte eine Petition des Unternehmens ab, mit der ein Rückruf von fast 20.000 Fahrzeugen der Modellreihen Model 3 und Model Y aus den Jahren 2017 bis 2023 vermieden werden sollte. Grund für den Rückruf sind Scheinwerfer, welche die zulässigen Helligkeitsgrenzen überschreiten und damit Blendrisiken bei schlechtem Wetter bergen.

Zudem veröffentlichte die US-Transportsicherheitsbehörde NTSB vorläufige Untersuchungsergebnisse zu einem tödlichen Unfall in Katy, Texas, vom 19. Juni 2026. Den Berichten zufolge übersteuerte der Fahrer, Michael Butler, das System „Full Self-Driving“ (FSD), indem er das Gaspedal zu 100 % durchdrückte. Das Fahrzeug erreichte Geschwindigkeiten von über 113 km/h in einer 48-km/h-Zone, bevor es in ein Wohnhaus einschlug. Diese Erkenntnisse entlasten zwar technisch die Autonomie-Software, rücken jedoch erneut die Interaktion zwischen Mensch und Maschine in den Fokus der Öffentlichkeit.

Analysten zwischen Skepsis und KI-Hoffnung

Die Einschätzungen der Bankhäuser klaffen derzeit weit auseinander. Während die Deutsche Bank die Aktie mit einem Kursziel von 465 USD zum Kauf empfiehlt, bleibt Wells Fargo mit einem Ziel von 130 USD bei einer „Underweight“-Einstufung. Morningstar siedelt den fairen Wert bei 450 USD an und verweist auf den Kostenvorteil und die immateriellen Vermögenswerte des Unternehmens.

Ein Hoffnungsträger bleibt das Energiegeschäft. Mit 13,5 GWh an installierten Speichersystemen erreichte Tesla im zweiten Quartal ein Wachstum von 53 % gegenüber dem Vorquartal. Investoren erhoffen sich zudem beim Earnings Call am 22. Juli neue Details zur Robotaxi-Expansion nach Miami und zum Fortschritt des humanoiden Roboters Optimus. Die Aktie weist seit Jahresanfang eine Performance von -9,36 % auf, wobei die Marktkapitalisierung aktuell 1.339,70 Milliarden € beträgt. Die kommenden Zahlen werden zeigen müssen, ob das KI-Potenzial und das Energiewachstum die schwächeren Margen im Kerngeschäft kompensieren können.

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