Tesla Aktie: 16,8 Milliarden für Terafab

Musk-Konzerne sichern mit Intel Chip-Nachschub für KI und autonomes Fahren. Parallel steigen die Cybertruck-Preise, während das Robotaxi-Projekt konkrete Formen annimmt.

Auf einen Blick:
  • Baubeginn für Mega-Chipfabrik in Texas
  • 16,8 Milliarden Dollar Erstinvestition von Musk-Firmen
  • Cybertruck-Preise um 5.000 Dollar erhöht
  • Produktionsstart des Cybercab für September geplant

In Texas hat der Bau einer der weltweit größten Chipfabriken begonnen, die die technologische Souveränität von Tesla und SpaceX maßgeblich absichern soll. Das Projekt mit dem Namen „Terafab“ entsteht in Grimes County, etwa 112 Kilometer von Houston entfernt, auf einer Fläche von über 6.000 Hektar.

Gemeinsam mit Intel investieren die Unternehmen von Elon Musk in einer ersten Phase rund 16,8 Milliarden US-Dollar in den Standort. Ziel ist der Aufbau einer vertikal integrierten Halbleiterproduktion, die speziell auf die Anforderungen von Künstlicher Intelligenz und autonomem Fahren zugeschnitten ist.

Strategische Allianz gegen Lieferketten-Risiken

Die Terafab ist als direkte Antwort auf die geopolitischen Risiken in der Halbleiter-Lieferkette konzipiert. Nach aktuellen Planungen sollen rund 25 % der dort produzierten Chips exklusiv an Tesla geliefert werden, während SpaceX 75 % der Kapazitäten beansprucht.

Die Fabrik soll eine Rechenleistung von einem Terawatt pro Jahr bereitstellen und damit den Bedarf für die Tesla-Roboterplattform Optimus sowie für die Flotte autonomer Fahrzeuge decken. Insgesamt könnten die Kosten für den Endausbau der Anlage laut Branchenexperten auf über 119 Milliarden US-Dollar steigen.

Der Bundesstaat Texas unterstützt das Vorhaben mit einem Zuschuss von 30 Millionen US-Dollar sowie umfangreichen Steuererleichterungen. Allein im zweiten Quartal 2026 waren die Investitionsausgaben von SpaceX bereits massiv auf 18,4 Milliarden US-Dollar angestiegen, was die Priorität des Projekts unterstreicht.

Die Fabrik soll über geschlossene Wasserkreisläufe und ein eigenes Erdgaskraftwerk verfügen, um einen stabilen Betrieb der hochsensiblen Fertigungsanlagen zu gewährleisten.

Preiserhöhungen beim Cybertruck und neue Robotaxi-Pläne

Parallel zu den langfristigen Infrastrukturinvestitionen hat Tesla am gestrigen Dienstag die Preise für den Cybertruck angepasst. Laut Reuters stiegen die Preise für zwei Varianten des Elektro-Pickups um jeweils 5.000 US-Dollar. Die Basisversion mit Allradantrieb wird nun für 74.990 US-Dollar angeboten, während die Premium-Variante Cyberbeast bei 99.990 US-Dollar liegt.

Diese Preisanpassung erfolgt trotz eines schwierigen Marktumfelds: Im ersten Halbjahr 2026 wurden weniger als 7.300 Einheiten des Cybertrucks ausgeliefert, obwohl die Produktionskapazität bei über 125.000 Fahrzeugen pro Jahr liegt.

Gleichzeitig forciert Tesla seine Ambitionen im Bereich der autonomen Mobilität. Für den 3. September 2026 ist der Produktionsstart des „Cybercab“ in Austin angekündigt. Das Fahrzeug, das ohne Lenkrad und Pedale auskommt, soll das Fundament für Teslas Robotaxi-Dienst bilden.

In Nevada hat das Unternehmen bereits eine Genehmigung für den Betrieb von bis zu 5.000 Robotaxis erhalten. Ark Invest schätzt, dass das Robotaxi-Programm bis zum Jahr 2029 rund 90 % des gesamten Unternehmenswerts ausmachen könnte, sofern die technische Umsetzung der vision-basierten Künstlichen Intelligenz die Erwartungen erfüllt.

Marktumfeld und Analysteneinschätzungen

An der Börse zeigt sich das Bild für Tesla derzeit zweigeteilt. Während die Aktie gestern mit 299,95 € nahezu unverändert aus dem Handel ging, bleibt die Bilanz seit Jahresbeginn mit einem Minus von 24 % belastet. Das Papier notiert derzeit etwa 13 % unter seinem 200-Tage-Durchschnitt, was die technische Schwäche der letzten Monate verdeutlicht.

Analysten reagieren unterschiedlich auf die jüngsten Entwicklungen. Die Experten der Citigroup bewerteten den Wert am 24. August weiterhin mit „Market Perform“. Belastend wirken zudem neue Handelsspannungen zwischen Nordamerika und den USA.

Nachdem die USA hohe Zölle auf kanadische Fahrzeuge und Stahl angekündigt haben, reagierte die kanadische Regierung mit Vergeltungsmaßnahmen im Umfang von 20 Milliarden US-Dollar, was die exportorientierte Automobilbranche zusätzlich unter Druck setzt.

Kritische Stimmen, darunter Hedgefonds-Manager David Einhorn von Greenlight Capital, äußerten sich zuletzt skeptisch zu den ehrgeizigen Umsatzprognosen des Managements und hinterfragten die Nachhaltigkeit der hohen Bewertung angesichts der aktuellen Cashflow-Situation.

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