Tesco hat die Untergrenze seiner Gewinnprognose angehoben und zugleich das Aktienrückkaufprogramm aufgestockt. Die Halbjahreszahlen fielen besser aus als erwartet, und die Aktie legte im frühen Handel zu, während der Londoner Leitindex im Minus notierte.
Gewinn wächst, Prognose wird enger gefasst
Der bereinigte operative Gewinn stieg im ersten Halbjahr um 6,5 Prozent auf 1,78 Milliarden Pfund. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nun 3,15 bis 3,30 Milliarden Pfund. Bisher lag die Spanne bei 3,0 bis 3,3 Milliarden Pfund. Die Obergrenze bleibt damit unverändert, das Risiko nach unten schrumpft.
Noch deutlicher legte der Vorsteuergewinn zu: plus 11,5 Prozent auf 1,455 Milliarden Pfund. Das Ergebnis je Aktie kletterte um 17,4 Prozent auf 16,7 Pence.
Der Umsatz ohne Mehrwertsteuer und Kraftstoff wuchs um 2,0 Prozent auf rund 33,8 Milliarden Pfund, vergleichbare Flächen steuerten ein Plus von 1,0 Prozent bei.
Mehr Geld für Aktionäre
Das Rückkaufprogramm für das laufende Jahr steigt auf 950 Millionen Pfund, zuvor waren 750 Millionen Pfund vorgesehen. Die Interimsdividende erhöht Tesco um 5,2 Prozent auf 5,05 Pence je Aktie. Sie wird am 20. November an Aktionäre gezahlt, die am 16. Oktober im Register stehen.
Der freie Cashflow stieg um 21 Prozent auf 1,57 Milliarden Pfund. Allerdings trug ein Timing-Effekt beim Gehaltszyklus von rund 250 Millionen Pfund dazu bei, der sich in der zweiten Jahreshälfte wieder umkehrt.
Die Jahresprognose für den freien Cashflow bleibt bei 1,5 bis 2,0 Milliarden Pfund. Die Investitionsplanung hebt das Management auf etwa 1,7 Milliarden Pfund an, von zuvor 1,6 Milliarden.
Marktanteil gibt leicht nach
Nicht alles lief rund. Der britische Marktanteil sank auf 27,8 Prozent, ein Minus von 24 Basispunkten. Tesco verweist auf eine außergewöhnlich starke Vergleichsbasis aus dem Vorjahr. Das Onlinegeschäft wuchs um 8 Prozent, der Schnelllieferdienst Whoosh legte um 37 Prozent zu und soll in diesem Jahr mehr als 500 Millionen Pfund Umsatz erreichen.
Konzernchef Ken Murphy berichtete von der höchsten Kundenzufriedenheit der Firmengeschichte. Effizienzprogramme brachten im Halbjahr Einsparungen von 251 Millionen Pfund, das Jahresziel von 500 Millionen Pfund bleibt in Reichweite. Die Verbraucherstimmung beschreibt das Unternehmen als relativ robust, geopolitische Spannungen sorgen jedoch weiter für Unsicherheit.
Defensiv gegen den Markt
Die Aktie stieg zeitweise um knapp zwei Prozent auf 485 Pence, später lag das Plus laut Kursanzeige bei gut drei Prozent. Der FTSE 100 gab dagegen nach, belastet von Renditen für 30-jährige britische Staatsanleihen nahe sechs Prozent. Auch der Konkurrent Sainsbury zog an, die Zahlen strahlen also auf den gesamten britischen Lebensmittelhandel aus.
Der nächste feste Termin steht fest: Am 16. Oktober entscheidet sich, wer die Interimsdividende erhält, am 20. November fließt das Geld.
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