Der Umsatz verfehlte die Erwartungen knapp – und trotzdem jubelt die Börse. Ternium hat am Mittwoch Zahlen vorgelegt, bei denen die Profitabilität alles andere in den Schatten stellt. Die Aktie schoss vorbörslich um 3,91 Prozent nach oben und markierte damit ein neues Jahreshoch.
Der Grund liegt in der Marge, nicht im Umsatz. Ternium verdiente im zweiten Quartal 1,75 Dollar je ADS und übertraf die Schätzung von 1,22 Dollar deutlich. Der Umsatz blieb mit 4,34 Milliarden Dollar knapp unter der Prognose von 4,41 Milliarden Dollar – ein Detail, das angesichts der Ergebnisqualität in den Hintergrund rückte.
Mexiko treibt die Wende
Das bereinigte EBITDA kletterte auf 717 Millionen Dollar, ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die EBITDA-Marge sprang von 12 auf 17 Prozent – der höchste Wert seit fünf Quartalen. Das Management führt die Entwicklung auf verbesserte Marktbedingungen in Mexiko und ein konstruktiveres Umfeld in Brasilien zurück.
Im Stahlsegment zeigt sich die Dynamik noch deutlicher. Das operative Cash-Ergebnis stieg von 410 auf 650 Millionen Dollar, während die Marge von 11 auf 16 Prozent zulegte. Mexiko bleibt mit 54 Prozent der Lieferungen der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt, gefolgt von Brasilien mit 24 Prozent. Das Bergbaugeschäft lieferte dagegen ein gemischtes Bild: Die Volumina erholten sich saisonal, die Marge sank aber von 22 auf 18 Prozent, weil die Eisenerzpreise nachgaben.
Der Nettogewinn erreichte 465 Millionen Dollar, nach 372 Millionen Dollar im ersten Quartal. Im ersten Halbjahr 2026 summierte sich das Ergebnis auf 837 Millionen Dollar – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.
Erste Nettoverschuldung seit Quartalen
Der hohe Cashflow der Vorperiode ist vorerst passé. Ternium rutschte zum Ende Juni mit 112 Millionen Dollar erstmals seit längerem in die Nettoverschuldung, nachdem das Unternehmen Ende März noch eine Nettokassenposition von 327 Millionen Dollar auswies. Verantwortlich dafür waren ein Anstieg des Working Capitals um 418 Millionen Dollar, laufende Investitionen von 431 Millionen Dollar sowie eine im Mai ausgezahlte Dividende von 255 Millionen Dollar, die den Restbetrag der für 2025 beschlossenen Ausschüttung abdeckte.
Finanzvorstand Pablo Brizzio deutete an, dass bei anhaltend starken Ergebnissen Spielraum für höhere Dividenden bestehe, nannte dafür aber keinen Zeitplan. Vorstandschef Máximo Vedoya betonte zudem die Marktanteilsgewinne in Mexiko, die auf Zuverlässigkeit und schnelle Lieferzeiten zurückzuführen seien.
Für das dritte Quartal rechnet Ternium mit einer weiteren Steigerung des bereinigten EBITDA, getragen von höheren Absatzmengen in Mexiko und steigenden Erlösen je Tonne. Die neue Brammenanlage im mexikanischen Pesquería soll Anfang 2027 den Betrieb aufnehmen, das Investitionsbudget für 2026 liegt bei rund 1,6 Milliarden Dollar und soll im Jahr danach auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Dollar sinken.
Ternium-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Ternium-Analyse vom 05. August liefert die Antwort:
Die neusten Ternium-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Ternium-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 05. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
