Der US-Bitcoin-Miner Terawulf treibt seine Transformation zum Infrastruktur-Dienstleister für Künstliche Intelligenz massiv voran. Mit dem Abschluss eines 20-jährigen Leasingvertrags im Wert von rund 19 Milliarden US-Dollar setzt das Unternehmen ein deutliches Zeichen am Markt. Der Partner für dieses Großprojekt ist das KI-Unternehmen Anthropic, das die Kapazitäten für den Betrieb von Rechenzentren im US-Bundesstaat Kentucky nutzen wird.
Strategischer Schwenk zur KI-Infrastruktur
Der Abschluss markiert einen Wendepunkt für TeraWulf. Während das Kerngeschäft bislang im Mining von Kryptowährungen lag, rückt nun die Bereitstellung von Hochleistungsrechenkapazitäten (HPC) in den Fokus. Laut Medienberichten kommentierte der CEO von TeraWulf die Vereinbarung mit dem Hinweis, dass dieser Deal lediglich die „Spitze des Eisbergs“ darstelle. Das Management signalisiert damit, dass weitere Schritte in den Bereich der KI-Infrastruktur geplant sind.
Die Analysten von Bernstein betonen in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit für Bitcoin-Miner, ihre Geschäftsmodelle zu diversifizieren. Die wachsende Nachfrage nach KI-Rechenleistung trifft auf eine zunehmende Energieknappheit. Da Bitcoin-Miner bereits über die notwendigen Stromanschlüsse und Standorte verfügen, sind sie prädestiniert dafür, diese Lücke zu füllen. Bernstein schätzt das Marktpotenzial für derartige Verträge in der Branche auf insgesamt rund 150 Milliarden US-Dollar.
Analysten heben Kursziele deutlich an
Die Reaktion an der Wall Street auf die Kooperation mit Anthropic fiel positiv aus. Mehrere namhafte Analysehäuser reagierten unmittelbar auf die Nachricht. Die Experten von Citi, Rosenblatt, Needham und B. Riley hoben ihre Kursziele für das Unternehmen an. Sie sehen in der langfristigen Vertragslaufzeit von zwei Jahrzehnten eine hohe Planungssicherheit für die künftigen Cashflows.
Trotz der euphorischen Stimmung mahnten einige Marktbeobachter zur Vorsicht. Es gab Bedenken hinsichtlich einer möglichen Überbewertung nach der jüngsten Kursrallye, was kurzfristig zu Gewinnmitnahmen führen könnte. Dennoch wird der Schritt als wichtiger Meilenstein gewertet, um TeraWulf unabhängiger von der Volatilität des Bitcoin-Preises zu machen.
Marktumfeld und Kapazitätsengpässe
Ein wesentlicher Treiber für die Bewertung von TeraWulf ist die Knappheit an geeigneten Standorten für Rechenzentren. Während neue Projekte oft mit politischen Hürden oder Umweltauflagen konfrontiert sind – etwa in Texas oder Oregon –, wird die bereits vorhandene Infrastruktur immer wertvoller. Schätzungen von Morgan Stanley zufolge benötigen US-Rechenzentren bis zum Jahr 2028 eine Leistung von etwa 68 Gigawatt, wobei eine Versorgungslücke von bis zu 11 Gigawatt entstehen könnte.
In diesem Marktumfeld konnte sich die Aktie bereits stark behaupten. Das Papier wird aktuell mit 17,43 € gehandelt. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert einen Zuwachs von 78,97 %. Dennoch besteht noch Spielraum zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 25,96 €, zu dem der Kurs derzeit einen Abstand von 32,85 % aufweist. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens wird mittlerweile auf rund 8,19 Milliarden € taxiert. Während Wettbewerber wie Hut 8 oder IREN ebenfalls ähnliche Wege einschlagen, unterstreicht der 19-Milliarden-Dollar-Deal von TeraWulf die Ambitionen des Unternehmens, eine führende Rolle in der neuen KI-Infrastruktur-Landschaft einzunehmen.
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