Teradynes Robotikgeschäft setzt künstliche Intelligenz bereits im Logistikalltag ein: Roboterarme von Universal Robots bearbeiten mit Sereacts Cortex-Plattform Retouren bei Zalando. Die heute gemeldete Partnerschaft zielt auf einen breiteren Einsatz in Handel, Logistik und Fertigung. Für Anleger liegt der entscheidende Punkt damit im praktischen Betrieb, nicht allein in einer technischen Demonstration.
Roboter arbeiten bereits an Kundenstandorten
Laut Unternehmensangaben sind Hunderte Roboterlösungen mit jeweils zwei Armen an Kundenstandorten in Europa im Einsatz. In Zalando-Zentren in Greven und Polen bearbeiten die Systeme gemeinsam mit CEVA Logistics Retouren. Diese Anwendungen bilden die erste Phase eines geplanten Ausbaus in Europa.
Der Einsatz adressiert eine anspruchsvolle Aufgabe: Zurückgeschickte Waren kommen nicht in einer einheitlichen Anordnung an. Die Systeme müssen unterschiedliche Artikel und Verpackungen erkennen und handhaben. Cortex soll solche Wechsel ohne zusätzliches Training für neue Waren bewältigen können.
Das macht die Zusammenarbeit für Teradyne strategisch interessant. Die Robotiksparte soll neben dem zyklischen Halbleitergeschäft einen zweiten Pfeiler bilden. Mit Universal Robots und MiR besitzt der Konzern bereits eigene Robotikunternehmen. Die Verbindung von Roboterarmen und anpassungsfähiger KI könnte deren Einsatzmöglichkeiten erweitern.
Vom Retourenprozess zur breiteren Automatisierung
Neben der Retourenbearbeitung umfasst die Kooperation auch Stückkommissionierung und Sortierung. Der Schwerpunkt liegt damit auf konkreten Arbeitsabläufen in Logistik, Einzelhandel und Fertigung. Die geplante Ausweitung in Europa soll an bestehende Anwendungen anknüpfen.
Technisch verbindet Cortex die Wahrnehmung der Umgebung mit der Steuerung der Roboterbewegungen. Im Betrieb nutzt die Plattform NVIDIA Jetson Thor. Für Training und Weiterentwicklung kommen weitere NVIDIA-Werkzeuge zum Einsatz. Eine Demonstration auf der NVIDIA GTC Berlin ergänzte die Anwendungen an Kundenstandorten.
Die wirtschaftliche Chance liegt in der Übertragbarkeit solcher Lösungen. Kann dieselbe Plattform verschiedene Waren und Aufgaben übernehmen, könnte dies eine breitere Automatisierung erleichtern. Der konkrete Einsatz bleibt dabei auf Logistikabläufe begrenzt; daraus folgt noch keine universell einsetzbare Robotik.
Quartalszahlen liefern den finanziellen Maßstab
Teradyne meldete für das zuletzt berichtete Quartal einen Umsatz von 1,33 Mrd. US-Dollar und einen Gewinn je Aktie von 2,47 US-Dollar. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 103,9 %.
Die nächsten Quartalsergebnisse sind für den 27.10. angekündigt. Für Anleger treffen damit operative Fortschritte in der Robotik auf einen nahen finanziellen Termin. Die Sereact-Kooperation belegt bereits den praktischen Einsatz der Technik. Ihr strategischer Wert hängt daran, wie breit Teradyne diese Anwendungen künftig skalieren kann.
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