Teradyne hat eine turbulente Woche hinter sich. Trotz glänzender Zahlen aus dem Sektor für Künstliche Intelligenz verlor das Papier innerhalb weniger Tage elf Prozent an Wert. Marktteilnehmer fragen sich nun, ob die Bewertung des Spezialisten für Testsysteme schlicht heißgelaufen ist.
Analysten bremsen die Euphorie
Die Investmentbank Robert W. Baird senkte den Daumen und stufte die Aktie von „Outperform“ auf „Neutral“ herab. Analysten begründen diesen Schritt mit der hohen Bewertung nach der massiven Rallye der vergangenen Monate. Das Kursziel bleibt bei 420 US-Dollar. Allerdings habe der Markt die Erfolge bei Testsystemen für Grafikprozessoren bereits vollständig eingepreist.
Rekordzahlen treffen auf Erwartungslücke
Operativ lieferte Teradyne im zweiten Quartal 2026 ab. Der Umsatz verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 1,33 Milliarden US-Dollar. Besonders die Nachfrage nach Halbleiter-Tests für KI-Rechenzentren trieb das Geschäft an. Indes blicken Skeptiker auf das kommende Jahr. Neue Wachstumstreiber wie die Silizium-Photonik werden erst für 2028 oder 2029 erwartet.
Die Robotik-Sparte wuchs parallel dazu um 33 Prozent auf einen Umsatz von 100 Millionen US-Dollar. Teradyne plant die Eröffnung eines neuen Zentrums für Robotik in Michigan noch in diesem Jahr. Parallel dazu veräußerte CEO Gregory Smith Anteile im Wert von rund 1,7 Millionen US-Dollar. Solche Verkäufe wirken in Kombination mit einem Analysten-Downgrade oft belastend auf die Stimmung.
Für den Herbst richten sich die Blicke auf die Gewinnzone. Die Aktie schloss die Handelswoche bei 321,80 Euro ab. Die Prognose für das dritte Quartal sieht einen Umsatz zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden US-Dollar vor. Damit deutet sich eine Stabilisierung auf hohem Niveau an. Über die Rückkehr zu alten Höchstständen entscheidet nun die Fähigkeit, diese Ziele bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen im Oktober zu übertreffen.
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